Leserbeitrag

Schüleraktion: Toller Erlös für AIDS-Waisen

Marcel Siegrist
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Sonnenschein am Urdorfer Märt, aber auch für AIDS-Waisen in Siaya (Kenia)
Freude bei Verkäuferinnen und Kundinnen
Ein weiterer Deal ist perfekt

Sie hatten mit grosser Hingabe raffinierte Sterne und farbenfrohe Kärtchen gebastelt, dekorative Kerzen gezogen und herrlich mundende Guetzli gebacken. Sie – das sind die Schülerinnen und Schülern der beiden Übergangsklassen zwischen der Primar- und der Sekundarschulstufe, welche die Freie Evangelische Schule Zürich führt. Ursprung dieses Elans war eine ganz spezielle Schulstunde. In dieser informierte ein Mitglied des Urdorfer Vereins zur Unterstützung von AIDS-Waisen in der kenianischen Stadt Siaya die Kids in Wort und Bild über die schlimmen Auswirkungen der Immunschwächekrankheit in weiten Teilen Afrikas. Dadurch wurde etwa in der kenianischen Stadt Siaya ein grosser Teil einer ganzen Generation dahingerafft. Zurück blieben unzählige Waisen, die wegen ihrer Armut oft klägliche Zukunftsperspektiven haben. Der besagte Urdorfer Verein führt in Siaya ein kleines Projekt, mit dem er 65 Waisen ermöglicht, die Sekundarschule zu besuchen.

Nun galt es für die Schülerinnen und Schüler, ihre so liebevoll produzierten Sachen in Bares umzumünzen, schliesslich wollte man den Kolleginnen und Kollegen in Siaya zu einer guten Schulbildung verhelfen. So stellte sich ein Dutzend der Übergangsklässler zur Verfügung, sich am diesjährigen Urdorfer Abschlussmärt Anfang Dezember die Füsse abzufrieren und einen Stand mit den Bastelarbeiten und Gebäcken zu betreiben. Und wie sie das taten! Motiviert durch ihre in Urdorf lebende Lehrerin Bea Castro, wuchsen die jungen Teens förmlich über sich hinaus. Immer wieder gelang es ihnen, die Marktbesucher an ihren Stand zu locken und zu Kauf und Spende für das Hilfsprojekt zu animieren. Ein paar besonders kecke betätigten sich gar als „fliegende Händler“ und boten ihre Waren auf dem ganzen Marktgelände feil.

Anderntags baute Lehrerin Castro das Zählen des eingenommenen Geldes gleich in die Mathematikstunde ein. Das erstaunliche Resultat: Sage und schreibe Fr. 836.10 hatten die fleissigen Marktfahrerinnen und -fahrer eingenommen! Mit dieser Summe kann in Siaya die vom Staat nur marginal unterstützte Sekundarschulbildung für ein Kind während eines vollen Jahres finanziert werden.

Bericht von Toni Blaser