Leserbeitrag

Seebären und -bärinnen aus der Region erleben einen stürmischen Segeltörn

Marcel Siegrist
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«Eins, zwei, ziehen..... eins, zwei, ziehen. Maat Nick gibt den Takt an und die Seebären und -bärinnen bewegen die riesigen Segel des behäbigen 3-Mast-Klippers in kraftvollen Zügen in die Höhe. Eigentlich sind die Mitglieder der Gruppe aus Stüsslingen und Umgebung, dem Thal-Gäu und den Kantonen Bern und Baselland allesamt «Landratten», die für eine Woche Seeluft, Wind und Wellen geniessen wollen. Es war noch hochsommerlich warm, als die Gesellschaft zusammen mit Organisator und «Scheffseber» Aldo Botta aus Stüsslingen den Car Richtung Enkhuizen am IJsselmeer in Nordholland bestiegen. Allerdings prophezeiten die Wetterfrösche Wind, Regen und kühle Temperaturen. So war es denn auch. Die Sonne zeigte sich jedoch hin und wieder als die muntere Schar nach einer Nachtfahrt in Enkhuizen vor dem stolzen Schiff standen und staunten. Der grösste Dreimast-Klipper von Holland mit einer Gesamtlänge von 55 Metern und über 7 Metern Breite wurde 1909 gebaut und erlebte 1999 eine Renovation. Eigentlich hätten bis zu 48 Gäste in gut eingerichteten Kabinen Platz gehabt. Doch Corona wollte es anders und so kam es, dass die 18 Seebärinnen und -bären die Schutzvorschriften mehr als gut einhalten konnten. Skipper Christian und Maat Nick erklärten zu Beginn die diversen Knoten und schon ging es los mit Segel setzen. Männer- und auch Frowenpower war gefragt; war es doch keine Leichtigkeit, diese bei Windstärke 6 und sogar 7 hoch zu ziehen. Als in der Wochenmitte gar ein richtiger Sturm aufkam, blieb die «Radboud» im Hafen von Hoorn stehen und der freie Tag konnte mit Spaziergängen, «Lädele» und diversen Apéros verbracht werden. Chefsmutje Ewald und Kochgehilfe Andy zauberten wie gewohnt tolle Gerichte auf den Tisch und Musiker Rolf Furler aus Liestal begeisterte abends mit Gitarrenklängen und Liedern aus den guten alten 50er und frühen 60er Jahren.

Veronika Sigrist