Leserbeitrag

Skiclub Meisterschwanden

Wanderung über dem Brienzersee

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Den Skiclub Meisterschwanden gibt es schon über sechzig Jahre, eigentlich verwunderlich für einen Skiclub im Unterland. Hochs und Tiefs hat er erlebt, sich aber mit unerschütterlichem Optimismus immer wieder behaupten können. Die sportlichen Aktivitäten spielen sich nicht nur auf winterlichen Pisten ab. Beliebt ist vor allem die herbstliche Bergwanderung, altersmässig gut durchmischt von ganz jung bis zu älteren Jahrgängen, die aber in konditioneller Hinsicht den Jungen nicht nachstehen.
Der Wetterbericht verhiess Sonne pur, also herrschten die besten Voraussetzungen für eine Bergwanderung in der zauberhaften Landschaft des Brienzersee. Man fuhr gemeinsam im gemieteten Car mit Chauffeur Heinz bis zu den Giessbachfällen. Beim nostalgischen Hotel bot sich der bekannte Ausblick auf die verschiedenen Stufen des Giessbachfalles, wo es rauschte und schäumte. Im historischen Standseilbähnchen liess man sich zur Schifflände bringen und benützte für die Überfahrt nach Iseltwald die auffallend mit Edelweiss bemalte «MS Jungfrau». Die Wanderung zurück nach Giessbach war ein lockeres Einmarschieren auf dem Uferweglein am Brienzersee, dessen Wasser unergründlich, dafür von türkisgrüner Färbung ist. Zahlreiche Plätze zwischen bemoosten Sturzblöcken luden zur Rast ein. Für den Mittagshalt wurde alles Nötige wie trockenes Holz, Anfeuermaterial, Brot und Würste im Rucksack mitgeführt. Am späteren Nachmittag trafen wieder alle Skiclübler bei den Giessbachfällen für die Weiterreise ein.

Die Strasse nach der Axalp ist an vielen Stellen extrem eng für einen Bus, aber Chauffeur Heinz meisterte heikle Situationen, wobei es um Zentimeter ging, mit Bravour. Im «Chemihüttli» auf der Axalp waren alle bestens untergebracht. Nach dem einfachen Wurstmahl am Seeufer mundete das feine, vom Chef selbst zubereitete Nachtessen hervorragend. Die Frische am nächsten Morgen liess alle Skiclübler schnell munter werden beim Marsch zum Hinterburgseeli. Der Pfad ist bekannt als «Schnitzweg», haben doch Brienzer Schnitzkünstler auf Baumstümpfen unzählige Figuren geschaffen, pfiffige, verschmitzte Leutchen, Kinder, Tiere, Blumen, die alle einen Bezug zur Bergwelt haben. Überraschungen folgen auf Schritt und Tritt durch die bezaubernde Landschaft. In einer Mulde sah man durch die Baumwipfel den malerischen Bergsee glitzern. Dort hielt die Skiclubgruppe die wohlverdiente Mittagsrast. Bald einmal kräuselte sich ein Räuchlein über der Feuerstelle, aber bis zum Grillieren der Würste brauchte es noch etwas Geduld. Der Rückmarsch auf die Axalp führte dann die vielen stotzigen Serpentinen hoch auf die Sonnenterrasse der Alp Chruttmettli, wo man sich für die im Aufstieg verbrauchten Kalorien eine Meringue in Maxigrösse gönnte.