Leserbeitrag

Stimmungsvoller Abend mit Kurt’s Kurzgeschichten

Barbara Kindler
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Mehr als 60 Zuhörer kamen am Sonntagabend im Forum der Stadtscheune in den Genuss einer Auswahl an Geschichten aus neun Jahren „Angetippt“, erschienen im « Reussbote » . Die Stühle waren bis auf den letzten Platz besetzt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Kurt Oldani zusammen mit der Genossenschaft Bibliothek und Schulbibliothek Mellingen.

Oldani begrüsste die Anwesenden und freute sich sichtlich über das zahlreiche Erscheinen. Gleich zu Beginn liess er das Publikum wissen, dass nur eine kleine Auswahl an Geschichten in seinem zweiten Buch «Hobelspöh» zu lesen ist. Hätte er alle Kolumnen im Buch veröffentlicht, wäre ein Werk von mehr als 3000 Seiten entstanden. «Hobelspöh» ist sein zweites veröffentlichtes Buch nach «Jetzt wo’s seisch». Mit Schmunzeln erzählte Oldani von seinem ersten Tag als Nationalrat im Bundeshaus Bern, wie er voller Stolz und Demut das Gebäude betritt, sich mit dem erhabenen Gefühl, einer von 200 zu sein, unter die Parlamentarier mischte und seinen «Sitz» einnahm, dann der Wecker schrillte und alles «nur ein Träumli» war.

Er berichtete von vergangenen Zeiten, so zum Beispiel als Mellingen noch DAS Einkaufszentrum war und wohin die ganze Region zum Einkaufen pilgerte. Man fand hier alles, was nützlich war und gebraucht wurde. Sogar einzelne Nägel konnte man im Lädeli Füllemann fein säuberlich in Papiertüten verpackt kaufen, beim Metzger feine Wienerli und Kümmiwürste. Beim Drogisten Busslinger fand man von duftender Maya-Seife für die Schönheit bis zu Fastnachtsartikel alles. Ein Mekka für die Landbevölkerung war das Kaufhaus Riesen. Das waren noch Zeiten! Einkaufen ohne Hektik. Man hatte noch Zeit für persönliche Beratungen, alles «Tempi passati»! In der Küche wurde noch mit Holz angefeuert und da es noch keine Dampfabzüge gab, waren die Räume schwärzer als der Stall. Die Küche musste daher alle zwei bis drei Jahre weiss gekalkt werden. Auf dem Kochherd gab es nur Löcher für zwei Pfannen und die Frauen kochten daher meistens Eintöpfe, hauptsächlich mit Kartoffeln. Mit diesen und weiteren Geschichten wusste Oldani die Zuhörer und Zuhörerinnen zu begeistern und liess sie in wehmütiger Erinnerungen schwelgen.

Die Lesung wurde umrahmt mit Liedern von den Geschwistern Schmid aus den fünfziger Jahren, gesungen von Elena Santana Oldani, welche mit ihrer ausdrucksstarken und schönen Stimme die Herzen der Zuhörer eroberte. Begleitet wurde sie von Reto Brühwiler auf dem Piano. Raphael Oldani gab eine Kostprobe aus seinem neuesten Kabarettprogramm «Ich habe 40».

Nach dem Lied «Am Himmel stoht es Stränli» liess man den unterhaltsamen Abend bei einem gemütlichen Apéro, gespendet von Kurt Oldani, ausklingen.