Grossprojekt

Abrechnung fürs Bezirksgebäude Dietikon trotz Mehrkosten bewilligt

Zehn Jahre nach der Eröffnung des Bezirksgebäudes Dietikon hat der Kantonsrat die Kreditabrechnung genehmigt. Der Regierungsrat hatte Mehrkosten von vier Millionen Franken ausgewiesen.

Matthias Scharrer
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Das Bezirksgebäude Dietikon kostete über 64 Millionen Franken; bewilligt waren 52 Millionen.

Das Bezirksgebäude Dietikon kostete über 64 Millionen Franken; bewilligt waren 52 Millionen.

Alex Spichale

Ende März 2010 wurde das Dietiker Bezirksgebäude in Betrieb genommen. Gut zehn Jahre danach hat der Kantonsrat nun die vom Regierungsrat vorgelegte Kreditabrechnung diskussionslos genehmigt – trotz einer Kostenüberschreitung von gut 4 Millionen Franken.

Ursprünglich hatte die Regierung im Jahr 2002 einen Kredit von knapp 58 Millionen Franken für den Neubau beantragt. Doch das Kantonsparlament bewilligte zwei Jahre später lediglich 52 Millionen.

Die Abrechnung des Regierungsrats weist nun abzüglich einer Subventions-Million des Bundes Ausgaben von 63,6 Millionen Franken aus. Teuerungsbereinigt komme dies einer Kostenüberschreitung von gut
4 Millionen Franken gleich, schreibt die Regierung. Und führt eine Reihe von Projektänderung auf, die mit dazu beigetragen hätten.

Ohnehin wurde das Gebäude beim Bahnhof Dietikon für vielfältige Nutzungen konzipiert: Bezirksgericht, Staatsanwaltschaft, Jugendanwaltschaft, Statthalteramt, Bezirksamt, Kantonspolizei, Bezirksgefängnis und die Administration des Bussenvollzugs sollten darin Platz finden.

Im Laufe der Arbeiten am Projekt gab es Anpassungen. So wurde etwa neu eine Jugendabteilung für das Gefängnis geplant, zudem dessen Verwaltungsbereich vergrössert und dafür der Bussenvollzug aus dem Raumprogramm entfernt, wie die Regierung schreibt. Kurz vor Baubeginn im Sommer 2007 wurde zudem die Jugendanwaltschaft Horgen in die Jugendanwaltschaft Dietikon-Affoltern integriert. Auch die Änderung der Strafprozessordnung brachte mehr Platzbedarf mit sich, sodass der Kanton entschied, die gesamte Jugendanwaltschaft in einem Nachbargebäude unterzubringen.

Auch archäologische Funde aus der Römerzeit führten zu mehr Aufwand bei den Bauarbeiten, wie die Regierung weiter festhält. Hinzukamen erhöhte Anforderungen wegen Minergie-Standards und Brandschutzvorschriften. Zudem eine Umstellung vom geschlossenen Vollzug auf offenen Vollzug, ferner ein Rekurs, der bewirkte, dass Sichtkontakt von den Spazierhöfen zu den Nachbargebäuden zu unterbinden sei. Die Mehrkosten liegen aber innerhalb der Kostengenauigkeit von zehn Prozent des Voranschlags, wie der Regierungsrat weiter festhält. Auch die Kantonsratskommission für Justiz und öffentliche Sicherheit befand dies als korrekt und empfahl einstimmig, die Abrechnung zu genehmigen.