Persönlich

Auf die Palme gebracht

Michelle Panza
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Wieso nicht mal eine Palme als Geschenk zum Muttertag? (Themenbild)

Wieso nicht mal eine Palme als Geschenk zum Muttertag? (Themenbild)

Der Muttertag steht vor der Tür. Es ist zwar ein Feiertag, aber wie und ob er gefeiert wird, ist von Familie zu Familie unterschiedlich. Was jedoch jedes Jahr gleich ist: Alle Blumenläden sind am Abend des Muttertags meist leergekauft und die Schokoladen- und Parfümkäufe erzielen wohl einen jährlichen Verkaufshöhepunkt. Ich habe das Glück, dass meine Mutter den Muttertag jedes Jahr aufs Neue vergisst. Dafür ist sie umso überraschter, wenn sie ein Geschenk erhält. Die Vergesslichkeit habe ich wohl von ihr geerbt. Denn ich weiss meist nichts vom Muttertag, bis ich davon lese oder gefragt werde, was ich denn Schönes organisiert habe. Jedes Jahr suche ich in letzter Minute noch ein Muttertagsgeschenk. Meine Mutter ist keine Schokolade-Enthusiastin, deshalb bieten sich jeweils Blumen als die beste Option an – obwohl diese bei ihr nach gefühlten zehn Minuten eingehen.

Letztes Jahr hatte ich Pech: Im einzigen Laden, der in meiner Nähe noch geöffnet war, hatten Kaufwütige bereits alle Blumensträusse und Bouquets weggekauft. Aber ohne ein Präsent bei meiner Mutter aufzutauchen, kam nicht in die Tüte. Viele Möglichkeiten blieben mir nicht, so entschied ich mich für die letzte Pflanze, die es noch zu kaufen gab: eine Palme.

Ich transportierte die Palme von A nach B in mein Elternhaus und überreichte sie der zu Ehrenden. Glücklicherweise war sie sehr amüsiert und froh über meine Wahl: «Blumen sind doch langweilig, das ist mal was Neues!», sagte meine Mutter glücklich. Das Schönste an der Geschichte ist, dass die Palme bis heute überlebt hat. Es ist die einzige Pflanze, die es je so lange bei uns ausgehalten hat. Meine Mutter freut sich jeden Tag über die Palme, die sie inzwischen Lulu getauft hat. Mission erfüllt.