Urdorf

Fertig mit Engpässen: Neuer Kunstrasenplatz soll im November 2021 bereit sein

Der Urdorfer Gemeinderat plant, neben dem bestehenden Fussballplatz Chlösterli einen neuen Kunstrasenplatz zu bauen. Dank dem 2,7 Millionen Franken teuren Projekt könnten pro Woche vier Urdorfer Fussballteams mehr trainieren.

Sibylle Egloff
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Zum 50-Jahr-Jubiläum spielte der FC Urdorf auf dem Chlösterli gegen die Grasshoppers.

Zum 50-Jahr-Jubiläum spielte der FC Urdorf auf dem Chlösterli gegen die Grasshoppers.

Michel Sutter

Die Engpässe auf den Urdorfer Fussballplätzen könnten bald der Vergangenheit angehören. Der Gemeinderat plant neben dem Fussballplatz Chlösterli parallel zum Riedmattenweg einen Kunstrasenplatz zu erstellen. Dieser soll dem FC Urdorf ab November 2021 zur Verfügung stehen. Mit dem Bau dieses Platzes will der Gemeinderat die Initiative «Mehr Fussball-Trainings und Spielmöglichkeiten, mehr Sporthallen-Kapazitäten» umsetzen. Das Stimmvolk nahm die Initiative an der Gemeindeversammlung im Juni 2019 einstimmig an und beauftragte den Gemeinderat damit, eine Lösung zu finden.

Liegenschaftenvorstand Adrian Stutz (SVP) präsentierte an der Medienkonferenz zu den Geschäften der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember nun das vom Gemeinderat ausgearbeitete Projekt. «Wir haben uns für diesen Standort gegenüber dem heutigen Fussballplatz entschieden, weil dort bereits die Fussballinfrastruktur wie etwa Garderoben und das Klubhaus stehen», sagte er. Zudem sei das Gebiet gut erschlossen und mittels öffentlicher Verkehrsmittel oder dank den vorhandenen Parkplätzen auch mit dem Auto gut erreichbar. Für den Standort spricht laut Stutz auch der Umstand, dass die für die Realisierung des Projekts erworbenen gemeindeeigenen Parzellen in der dafür einzig verfügbaren Erholungszone Sport liegen und der Vertrag mit der dort derzeit ansässigen Golfabschlagstelle Golfpoint Ende 2020 ausläuft.

16 Mannschaften benötigen 60 Trainingsstunden

Der FC Urdorf zählt 16 Mannschaften und benötigt insgesamt 60 Trainingsstunden pro Woche. Mit den derzeit vorhandenen Natur-Rasenplätzen können nur 40 Stunden abgedeckt werden. «Auf dem Kunstrasenplatz sind 45 Trainingsstunden pro Woche möglich. Der FC Urdorf hätte mit diesem also künftig 85 Trainingsstunden zur Verfügung», sagte Stutz. Das bedeute, dass vier weitere Teams trainieren könnten.

Das Projekt kostet 2,7 Millionen Franken. Darin inbegriffen sind die Kosten für den Bau des Kunstrasens, die knapp 2 Millionen Franken betragen. Für die zusätzlichen Geräte und die Einrichtung muss mit 74000 Franken gerechnet werden. Die Überführung der notwendigen Landreserve von 9000 Quadratmetern vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen der Gemeinde wird mit 540'000 Franken bewertet. Für die Kompensation der Fruchtfolgeflächen fallen 125'000 Franken an. Seitens Kanton und FC Urdorf sind Projektkostenbeiträge von rund 250'000 Franken zu erwarten. Stutz verwies auf die Folgekosten
des neuen Kunstrasenplatzes. «Wir erwarten jährliche Kapitalfolgekosten der Baukosten
von 108000 Franken. Zudem müssen für den Unterhalt und die Bewässerung jedes Jahr 15000 Franken aufgewendet werden.»

Alle Sportvereine sollen profitieren

Der Gemeinderat unterstützt die Vorlage. «Für uns steht die Sportförderung der Jugendlichen im Zentrum», sagte Stutz. Das Fussball-Infrastruktur-Angebot werde so der Nachfrage angepasst. «Derzeit gibt es Wartelisten. Kinder und Jugendliche, die sich fussballerisch engagieren möchten, müssen bis zu zwölf Monate warten. Mit dem neuen Kunstrasenplatz soll das ein Ende haben.» Neu sei auch Mädchenfussball möglich. «Von diesem Projekt profitiert nicht nur der FC Urdorf, sondern alle Sportvereine in Urdorf», betonte Stutz. Einerseits würden durch die Verschiebung auf den neuen Platz Hallenkapazitäten frei, andererseits könnten die Vereine den Kunstrasen ebenso mitbenutzen.
An der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember wird die Vorlage vorberatend behandelt. Das Stimmberechtigten werden am 7. März 2021 an der Urne über den Kredit von 2,7 Millionen Franken befinden.

Finanzgeschäfte

Da die Gemeindeversammlungen der beiden Güter im Sommer wegen Corona entfielen, erwartet die Urdorfer Stimmberechtigten an der Gemeinde- und Schulgemeindeversammlung am 2. Dezember eine geballte Ladung finanzpolitischer Geschäfte. Der Souverän hat über die Rechnung 2019 und das Budget 2021 der beiden Güter zu befinden. Zudem steht die Genehmigung der Kreditabrechnung der Lernlandschaften im Schulhaus Moosmatt an. Wegen der langen Traktandenliste beginnt die Versammlung in der Zentrumshalle bereits um 19 Uhr.

Die Rechnungen der beiden Güter fallen erfreulich aus. Die Schulgemeinde schliesst bei einem Aufwand von 21,92 Millionen Franken und einem Ertrag von 23,52 Millionen Franken mit einem Plus von 1,6 Millionen Franken. Erwartet wurde ein Plus von 2,3 Millionen Franken. Die Abweichung begründete Schulfinanzvorstand Salvatore Valenti (EVP) an der Medienkonferenz mit einem tieferen Beitrag aus dem Ressourcenausgleichstopf des Kantons. Die Rechnung 2019 der Politischen Gemeinde schliesst mit einem Plus von 2,7 Millionen Franken. Dies bei einem Aufwand von 53,1 Millionen Franken und einem Ertrag von 55,8 Millionen Franken. Die Gemeinde rechnete mit einem Minus von 230000 Franken. Mehrerträge bei den Gemeindesteuern von einer halben Million Franken und um 3,5 Millionen Franken höhere Grundstückgewinnsteuern seien für das bessere Ergebnis verantwortlich, sagte Finanzvorstand Thomas Hächler (FDP).

Bei den Budgets 2021 sieht es anders aus. Die Politische Gemeinde sieht einen Aufwand von 55 Millionen Franken und einen Ertrag von 53,6 Millionen Franken vor. Daraus resultiert ein Minus von 1,4 Millionen Franken. Die Schulgemeinde erwartet ein Minus von 1,2 Millionen Franken, dies bei einem Aufwand von 23,23 Millionen Franken und einem Ertrag von 22,03 Millionen Franken. Der Gesamtsteuerfuss bleibt bei 118 Prozent. Da sie genug Eigenkapital aufbauen konnte, gibt die Schulgemeinde die 3 Prozentpunkte, die sie beim Steuerfussabtausch vor drei Jahren erhielt, wieder an die Politische Gemeinde ab und reduziert ihren Steuerfuss auf 59 Prozent. Dadurch steigt der Steuerfuss der Politischen Gemeinde von 56 auf 59 Prozent. (sib)