Kilchberg

«Mit diesem Lokal haben wir uns einen Traum verwirklicht» – Péclard eröffnet Hafenbeiz

Der Szene-Gastronom Michel Péclard übernimmt das ehemalige «Casa Loca» in Kilchberg.

Enrique Heer
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Freuen sich auf die Eröffnung der «Hafenbeiz»: Gastronom Michel Péclard, Geschäftspartner Florian Weber und Barkeeper Ibram Zaki im Wintergarten des Lokals in Kilchberg.

Freuen sich auf die Eröffnung der «Hafenbeiz»: Gastronom Michel Péclard, Geschäftspartner Florian Weber und Barkeeper Ibram Zaki im Wintergarten des Lokals in Kilchberg.

André Springer

Das Riegelhaus an der Seestrasse in Kilchberg fällt durch die rot-weisse Fassade auf, man kennt es im Dorf aber sowieso wie einen bunten Hund. Lange Zeit hiess das Haus «Casa Loca» und war vor allem für Polterabende und ausufernde Partynächte berüchtigt. Diese Zeiten sind vorbei. Nachdem der ehemalige Besitzer Konkurs ging und das Haus leer stand, haucht nun Szene-Gastronom Michel Péclard dem Gebäude neues Leben ein. Neu heisst das Lokal «Hafenbeiz».

Mit der Eröffnung des Lokals wird Péclard zu seinem eigenen Nachbar. Er betreibt nämlich auch das Restaurant Mönchhof vis-à-vis der Seestrasse. Die unmittelbare Nähe der Speiselokale habe Vorteile. So könne man Synergien nutzen, sagt Samuel Bischof, Péclards Assistent: «Vorne am See ist die Sommeredition und in der ‹Hafenbeiz› die Winteredition.» Nebst dem Effekt, dass sich Gäste je nach Laune auf die zwei Lokale verteilen können, könne man das Personal neu auch das ganze Jahr anstellen, sagt Bischof.

Bunter Stilmix erzeugt Wow-Effekt

Michel Péclard findet es wichtig, dass man auf den Menschen eingehe. Deshalb habe er auch einen Bühnenbildner engagiert, um die «Hafenbeiz» ansprechend zu gestalten. «Man muss einen Wow-Effekt verspüren.» Gesagt, getan. So findet man in der «Hafenbeiz» einen bunten Stilmix, bestehend aus einem Wintergarten, einer New Yorker Bar im Erdgeschoss und einem Fonduestübli in den oberen Etagen des Hauses.

«Das Lokal soll einfach und fein sein und zu einem Treffpunkt für alle Kilchberger werden», sagt Bischof. Trotz der momentanen Coronasituation freut er sich über die Eröffnung, die am Samstag geplant ist. «Mit diesem Lokal haben wir uns einen Traum verwirklicht.» Es solle für alle ein Zuhause werden, wo man auch gerne mal sitzen bleibe.

Michel Péclard und das Riegelhaus, das kommt nicht von ungefähr. Während des Studiums an der Hotelfachschule sammelte der Gastronom seine ersten Praxiserfahrungen in der Küche des damaligen Speiselokals. Später absolvierte Péclard ein weiteres Praktikum unter seinem Förderer Marcel Capecchi und lancierte gemeinsam mit ihm das mexikanische Restaurantkonzept, aus dem später das «Casa Loca» hervorging. Nach zwischenzeitlich mehreren Besitzerwechseln pachtet Péclard nun das Haus an der Seestrasse und versucht erneut, mit einem neuen Konzept das Lokal aufzuwerten.

Um die Bar zu füllen, hat sich Péclard etwas Aussergewöhnliches überlegt. Denn dies sei gar nicht so einfach. «Die «Hafenbeiz» ist nicht in der Stadt, da muss man hinfahren.» Deshalb setzt der Gastronom auf regionale Unterstützung. Genauer gesagt, auf jene von Kilchbergerinnen. «Es ist ja immer ein Kindertraum, einmal eine Bar zu haben», sagt er. In der «Hafenbeiz» können Frauen für einen Nachmittag oder einen Abend hinter der Bar stehen und für einmal selbst die Gastgeberin einer Veranstaltung sein. «Ihre Kolleginnen sollen wegen ihnen in die Bar kommen», sagt der Gastronom. So ganz sich selbst überlassen werden die neuen Bardamen jedoch nicht. Natürlich seien auch noch Barkeeper vor Ort, um ihnen zu helfen, sagt Péclard.