Schlieren

Quartier AmRietpark: Aus dem Trafo wird ein Rutschenturm

Mit der Grundsteinlegung für das Baufeld C1 nähert sich das Quartier «AmRietpark» seiner Vollendung. Der 600 Meter lange Rietpark erhält zudem drei Attraktionen.

Alex Rudolf
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Grundsteinlegung AmRietpark in Schlieren, am 23. Januar 2018
17 Bilder
Von links: Tom Pulver (Graber Pulver Architekten), Jeremy Hoskyn (Verwaltungsrat Geistlich AG), Toni Brühlmann-Jecklin (Stadtpräsident Schlieren), Ladina Esslinger (Projektleiterin Bauherrschaft), Sven Leidenroth (Ascanus Bauherrschaft), Martin geistlich (Vorsitzender Geistlich Immobilien AG)
Die geladenen Gäste durften einen signierten Taler in die Box werfen, die dann im Boden versenkt wurde.
Martin Geistlich, Vorsitzender der Geistlich Immobilien AG, bei der Grundsteinlegung.
Anlässlich der Grundsteinlegung trafen sich alle Projektbeteiligten auf der Baustelle
Toni Brühlmann-Jecklin, Stadtpräsident von Schlieren.
Sven Leidenroth, Ascanus Bauherrschaft.
Ladina Esslinger, Projektleiterin Bauherrschaft, platziert die aktuelle Ausgabe der Limmattaler Zeitung in der Zeitkapsel.
So soll das Bauwerk am Ende aussehen: Ansicht aus Nordosten von der Engstringerstrasse (Visualisierung)
Sicht von Südwesten aus dem Rietpark (Visualisierung)
Übersichtsplan AmRietpark Schlieren.
Impressionen von der Grundsteinlegung AmRietpark in Schlieren
Impressionen von der Grundsteinlegung AmRietpark in Schlieren
Impressionen von der Grundsteinlegung AmRietpark in Schlieren
Impressionen von der Grundsteinlegung AmRietpark in Schlieren

Grundsteinlegung AmRietpark in Schlieren, am 23. Januar 2018

SEVERIN BIGLER

Namhafte Schlieremer Persönlichkeiten warfen eine eingravierte Münze in die Zeitkapsel, die gestern einbetoniert wurde. Neben den üblichen Gegenständen, die künftigen Generationen Einblicke in die Zeit des Baustarts geben sollen – etwa eine Tageszeitung –, finden sich somit auch signierte Taler im Fundament des neusten Projekts im Quartier «AmRietpark». Sie sind etwa unterzeichnet von Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin, der ehemaligen Stadtpräsidentin Rita Geistlich und Tom Pulver von Graber Pulver Architekten.

Bis 2020 entsteht an der Kreuzung Engstringer-/Brandstrasse Grosses. Die Besitzerin des Gebiets, die Geistlich Immobilia AG, baut 137 Mietwohnungen für eine junge Zielgruppe. Dabei sind verschiedene Wohnformen möglich: Neben klassischen Wohnungen sollen auch Maisonettes und Clusterwohnungen, eine Mischform zwischen Kleinwohnung und Wohngemeinschaft, erstellt werden. Hinzu kommen 78 Alterswohnungen und 30 Pflegezimmer für die Tertianum AG. Zudem entstehen Gewerberäume im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. Entworfen wurde das Gebäude von alten Bekannten: Die Graber Pulver Architekten aus Zürich zeichneten auch das Schlieremer Schulhaus Reitmen, das vergangenen Sommer eingeweiht wurde.

45-Meter-Turm setzt Akzent

Das neue Gebäude besticht durch vier schachbrettartig zueinander verschobene Türme, die mit einem zweigeschossigen Sockel verschmelzen, wie es Martin Geistlich, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Geistlich Immobilia AG, anlässlich der Grundsteinlegung ausdrückte. Auf der Seite Engstringerstrasse wird ein 45-Meter-Turm einen städtebaulichen Akzent setzen. Zudem werden die verschiedenen Gebäudeteile durch eine «Rue Intérieure» miteinander verbunden.

Der Neubau wird dereinst den Rietpark in östlicher Richtung begrenzen. Seine volle Ausdehnung von rund 600 Metern hat er damit erreicht. Im vergangenen Sommer wurde anlässlich des Abbruchs der Gebäude der ehemaligen Leimfabrik Geistlich auch der Hochkamin gesprengt. Doch blieben dem Quartier Bauten aus der industriellen Ära des Unternehmens erhalten. «Diese werden zu kleinen Attraktionen umgebaut», so Geistlich. Aus der alten Trafostation entsteht ein Rutschenturm, das sogenannte Gärtnerhaus soll eine im Sommer bewirtete Buvette werden.

Unter dem ebenfalls erhaltenen historischen Holzdach sollen Begegnungen zwischen Jung und Alt entstehen. Beim Projekt handelt es sich um die zweite Etappe der Überbauung des Geistlich-Areals. Im vergangenen Sommer konnten die Bauherren das Wohnhaus «Magnolia» einweihen. Es bietet 137 Eigentumswohnungen, die allesamt verkauft werden konnten.

Nicht nur das Geistlich-Areal grenzt an den rund 40'000 Quadratmeter grossen Rietpark. Auch das ehemalige Färbi-Areal in westlicher Richtung wurde in den vergangenen Jahren zu einem Quartier. Verantwortlich zeichnete der Projektentwickler Halter. Heute weisen die Gebäude rund 600 Wohnungen – sie sind allesamt bezogen – und Gewerbeflächen auf.

Wohnungen anstatt Büros

Bereits in rund neun Monaten geht es weiter, wie Geistlich sagt. Dann nämlich soll die Grundsteinlegung für das nächste Projekt der Geistlich Immobilia AG in dem Gebiet stattfinden. Es handelt sich um jene Parzelle direkt an der Engstringerstrasse. Ursprünglich war dort der Bau von Büros vorgesehen, ein entsprechendes Projekt der Architekten E2A war schon weit fortgeschritten. Da jedoch ein Ankermieter des Gebäudes abgesprungen ist, setzt man bei der Geistlich Immobilia AG nun auf den Bau von 84 Wohnungen.

Sind diese – voraussichtlich ebenfalls 2020 bis 2021 – fertiggestellt, bleiben nur noch zwei bebaubare Flächen im Quartier «AmRietpark». Einerseits jene Parzelle der Helvetia Versicherung an der Brandstrasse, die ebenfalls nun realisiert wird, und andererseits die Parzelle, die direkt an die Wiesenstrasse grenzt und das Quartier nach Süden hin abgrenzt. Wann diese bebaut werden soll, sei noch offen, wie Geistlich sagt.