Unterengstringen

1000 Quadratmeter Land sind verkauft

Neben dem Verkauf einer Landparzelle an der Langwiesenstrasse segnen die Stimmberechtigten auch die Steuerfusserhöhungen der Primarschule (2 Prozent) und der politischen Gemeinde (3 Prozent) ab.

Alex Rudolf
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Unterengstringen erhöht seinen Steuerfuss um 3 Prozent bei der politischen Gemeinde und um 2 Prozent bei der Primarschule

Unterengstringen erhöht seinen Steuerfuss um 3 Prozent bei der politischen Gemeinde und um 2 Prozent bei der Primarschule

Jürg Krebs

Erst am kommenden Montag wird sich der Gemeinderat konstituieren. Dies ist der Grund dafür, dass die frisch gewählte Gemeinderätin Doris Eberhard (FDP) an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend noch nicht auf der Bühne Platz genommen hatte. «Ab Montag wird Frau Eberhard dann aber gefordert», sagt der neue Gemeindepräsident René Rey (FDP) eingangs.

Ein rund 1000 Quadratmeter grosses Stück Land entlang der Langwiesenstrasse wird verkauft und spült somit rund 900 000 Franken in die Gemeindekassen: So wollten es alle 115 anwesenden Stimmberechtigten. Darauf soll eine Arealüberbauung realisiert werden, da die benachbarte Parzelle an denselben Bauherrn verkauft wird. Möglich ist die Erstellung von zweigeschossigen Gebäuden mit Dachgeschoss und einer Gebäudetiefe von 15,3 Metern.

«Die Gemeinde braucht dieses Land nicht, da man darauf nichts Sinnvolles erstellen kann», sagte Hochbauvorstand Simon Wirth (FDP). Das Stück Land, ohne Koppelung an die benachbarte Parzelle, zu verkaufen, sei fast nicht möglich.

«Hier hätte sich die Gelegenheit geboten, vom Käufer das Erstellen von preisgünstigen Wohnungen zu fordern», sagte ein Votant. Wenn schon Grundstücke veräussert würden, dann sollte man dafür sorgen, dass sich auch die Jungen in der Gemeinde eine Wohnung leisten können, fügte er an. Simon Wirth antwortete, dass der Landkäufer dafür bekannt sei, Wohnungen zu einem vernünftigen Preis zu erstellen. «Derzeit ist aber ein anderes Projekt in Erarbeitung, das günstigen Wohnraum bieten soll», so Wirth.

Steuerfuss neu bei 49 Prozent

Auch das Budget 2016 mitsamt einer Steuerfusserhöhung von drei Prozent wurde von den Anwesenden einstimmig angenommen. Bei einem Aufwand von rund 14,6 Millionen Franken und einem Ertrag von 14 Millionen Franken rechnet noch Finanzvorstand und Gemeindepräsident René Rey mit einem Aufwandüberschuss von 628 400 Franken. Dies bei einem Steuerfuss von neu 49 Prozent.

Das Eigenkapital soll Ende 2016 auf einem Stand von 5,6 Millionen Franken liegen. Investieren wird die Gemeinde 6,2 Millionen Franken. Für den Neubau des Gemeindehauses ist dabei der grösste Anteil vorgesehen, wie Rey erklärte.

In der Finanzplanung für die kommenden vier Jahre rechnet die Gemeinde weiterhin mit hohen Ausgaben in Bereich der sozialen Wohlfahrt. Doch rechnet die Gemeinde bis 2020 mit rund 3900 Einwohner, was den Steuerertrag in die Höhe treiben wird.

Steuerfuss steigt auch bei Schule

Die Erhöhung des Steuerfusses von 33 Prozent auf neu 35 Prozent wurde von den 109 Anwesenden der Schulgemeindeversammlung ebenfalls einstimmig angenommen. «Diese Anhebung wird bis 2020 für eine attraktive Primarschule reichen», sagt Finanzvorstand Marcel Blum (SVP). Im kommenden Jahr rechnet er mit Ausgaben von rund 5,14 Millionen Franken und Einnahmen von 5,11 Millionen Franken. Dies ergibt einen minimen Aufwandüberschuss von knapp 32 000 Franken.

Investieren möchte die Schulgemeinde rund 880 000 Franken. Die Schwerpunkte für das kommende Jahr setzt die Schulgemeinde beim heilpädagogischen Unterricht. Auch das Pensum für den schulpsychologischen Dienst wurde bewilligt und im kommenden Sommer soll ein Zirkusgastspiel in der Schule stattfinden. 185 000 Franken erhält die Schule durch den Finanzausgleich.

Der Finanzplan 2016 bis 2020 ist ersichtlich, dass die Schülerzahlen langsam anwachsen. «Wir brauchen mehr Lehrpersonen», sagt Blum. Zudem würden diverse Schulhausanlagen einer Sanierung bedürfen.

Auch die Abrechnung des Bruttokredits in der Höhe von knapp 270 000 Franken wurde einstimmig angenommen. Die Umnutzung der Küche und des Mittagstischzimmers kostete 145 000 Franken, die Möblierung des neuen Schulzimmers Büel 32 000 Franken und die Containerbauten 90 000 Franken. Der Kredit wurde somit um 42 000 Franken unterschritten.