Bezirksgericht

20-jähriger Blaufahrer wird zu zwei Jahren bedingt verurteilt

Ein betrunkener Autolenker hat der Polizei zwischen Unterengstringen und Oetwil eine Verfolgungsjagd geliefert. Nun wurde der 20-Jährige zu einer bedingten Freiheitsstrafe zu einer Busse von 1500 Franken verurteilt.

Attila Szenogrady
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(Symbolbild)

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Keystone

Eine Blaufahrt, die mit einem Unfall endet, kommt einen jungen Limmattaler Autofahrer teuer zu stehen. Am Dienstag musste sich der umfassend geständige Verkehrsrowdy im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Neben der Blaufahrt und den diversen groben Verkehrsdelikten anerkannte der Beschuldigte auch den Hauptvorwurf der Gefährdung des Lebens zulasten seines Mitfahrers.

Der Limmattaler wurde anklagegemäss zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren sowie zu einer Busse von 1500 Franken verurteilt. Zudem wurde eine ehemals bedingte Vorstrafe wegen Körperverletzung, Angriffs sowie Diebstahls in der Höhe von 3600 Franken widerrufen. Nicht zuletzt soll er die gesamten Gerichts- und Verfahrenskosten von 6237 Franken tragen.

Lernprogramm angeordnet

Aus dem Urteil ging zusätzlich hervor, dass dem Beschuldigten die Weisung erteilt wurde, an einem Lernprogramm mit Training für alkoholauffällige Verkehrsteilnehmer teilzunehmen. Das Gericht segnete zum Schluss den Urteilsvorschlag beider Parteien ab.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 21. Dezember 2012, als der damals 20-jährige Beschuldigte und ein Freund in Unterengstringen nicht nur aus einer Flasche Wodka tranken, sondern auch auf offener Strasse Radau machten. Kurz nach ein Uhr schalteten verärgerte Anwohner die Polizei ein. Kurz darauf trafen die Polizeibeamten vor dem Personenwagen des Angeschuldigten auf die beiden jungen Männer und unterzogen diese sogleich einem Atemlufttest.

Da sowohl der Autolenker, als auch sein Begleiter bereits erheblich betrunken waren, mussten sie das Auto stehen lassen und sollten sich zu Fuss auf den Heimweg machen. Es blieb beim «sollten». So kehrten die beiden Freunde heimlich zum abgestellten Auto zurück und stiegen ein, wo sie am Lenkrad und auf dem Beifahrersitz die Flasche mit dem Hochprozentigen leertranken. Als die auf der Lauer liegende Polizei das Duo erneut kontrollieren wollte, drückte der Fahrer auf das Gaspedal und brauste davon. Es folgte eine wilde Verfolgungsjagd in Richtung Baden.

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis schilderte zahlreiche grobe und gefährliche Verkehrsdelikte des jungen Lenkers. Auf der Zürcherstrasse fuhr er mit beiden Rädern über das Trottoir und ignorierte kurz darauf in Weiningen ein Rotlicht. Danach überholte er trotz einer Sicherheitslinie ein anderes Auto und raste mit rund 1,68 Promille Alkohol im Blut mit über 100 km/h über die Limmattalstrasse in Richtung Geroldswil.

In Oetwil war er bereits mit rund 138 km/h unterwegs. Also mit 78 km/h zu viel. Bis er im Kreisel Limmattalstrasse/Dorfstrasse die Herrschaft über das Lenkrad verlor und einen Selbstunfall baute. Beide Insassen des Fluchtautos kamen mit einem Schrecken davon. Der Blaufahrer wurde für einen Tag in Haft genommen.