Schlieren

Alterszentrums Sandbühl: «Die Einnahmen versickern nicht»

Mitglieder von SVP, FDP, EVP und GLP kämpfen kurz vor der Abstimmung für einen Verkauf des Alterszentrums Sandbühl in Schlieren.

Florian Schmitz
Drucken
Teilen
Ein Teil des Ja-Komitees (von links): Henry Jager (GLP), Hansueli Etter (SVP), Boris Steffen (SVP), Dominic Schläpfer (SVP) und Robert Welti (EVP

Ein Teil des Ja-Komitees (von links): Henry Jager (GLP), Hansueli Etter (SVP), Boris Steffen (SVP), Dominic Schläpfer (SVP) und Robert Welti (EVP

Zur Verfügung gestellt

Der geplante Verkauf des Alterszentrums Sandbühl beschäftigt Schlieren. Kurz vor dem Urnengang vom Sonntag hat sich ein Pro-Komitee formiert, das bei den Stimmbürgerinnen und -bürgern auf der Zielgeraden noch mal für ein Ja weibelt. Die Gegner des Verkaufs vom Komitee «Hebe mer Schliere Sorg» kommuniziere in der Stadt sehr aktiv. Deshalb habe das Ja-Komitee Gegensteuer geben wollen, sagt Sozialvorstand Christian Meier (SVP). «Die Argumente für den Verkauf sollen auch gehört werden.» Weil der Schlieremer Stadtrat sich im Vorfeld nicht in die Abstimmung einmischen darf, setze er sich als Privatperson für den Verkauf des Sandbühls ein.

Die Stadt will das 6300 Quadratmeter grosse Grundstück, auf dem das in den 1970er-Jahren erbaute Sandbühl steht, für 15,4 Millionen Franken an das Spital Limmattal verkaufen. Dieses hat noch keine konkreten Bebauungspläne, sondern will das an das Spital angrenzende Land als strategische Reserve für eine künftige Erweiterung sichern.

Im neuen Pro-Komitee engagieren sich neben Meier mit Boris Steffen und Hansueli Etter weitere SVP-Politiker. Von den Grünliberalen sind Songül Viridén und Henry Jager dabei, von der FDP John Daniels und Dominic Schläpfer. Und auch Robert Welti, alt Stadtrat und Präsident der EVP-Ortspartei, macht sich für einen Verkauf stark. Das Anfang Oktober gegründete Nein-Komitee besteht aus Mitgliedern von SP, CVP, Grüne und dem Quartierverein. Alle vier Ortsparteien haben die Nein-Parole gefasst.

Das Spital bezahle «einen stolzen Preis»

Die Zeit bis zur Abstimmung drängt. «Wir hoffen, dass wir noch ein wenig Einfluss auf das Resultat nehmen können», sagt Meier. Dies will das Komitee mittels Flugblatt erreichen, das an alle städtischen Haushalte geschickt wurde. Zudem wurden an verschiedenen Standorten Plakate aufgehängt. Darauf ist zu lesen, dass der Landverkauf ein «zukunftsorientiertes und gutes Geschäft mit einem verlässlichen und wichtigen Partner» ist.

Ihn störe, dass die Abstimmungsgegner die 15,4 Millionen Franken für die Stadt ignorieren würden, sagt Meier. «Die Einnahmen versickern nicht einfach in der Stadtverwaltung.» Weil grosse Investitionen anstünden, könne Schlieren das Geld gut gebrauchen. Zudem habe das Land eine strategische Bedeutung für das Spital, deshalb bezahle es «einen stolzen Preis».
Obwohl der Verkauf für die Stadt nicht dringend ist, könne das Spital nicht zuwarten, sondern benötige das Land für eine weitsichtige Planung. «Sonst herrscht Unsicherheit», sagt Meier. Auch ruft er in Erinnerung, dass die Stadt Schlieren mit 20 Prozent am Spital Limmattal beteiligt ist und viele Schlieremerinnen und Schlieremer im Spital arbeiten. Würde die Stadt das Grundstück im Baurecht an das Spital abgegeben, wie dies das QV-Gemeinderat Thomas Widmer vom Nein-Komitee ins Spiel gebracht hatte, profitiere die Stadt finanziell kaum, weil die Einnahmen dann sehr tief seien, ist Meier überzeugt.

Auch die städtische Strategie, Baulandreserven und Grünraum möglichst zu erhalten, will Meier nicht als Gegenargument gelten lassen. Dafür sei das vorliegende Geschäft für Schlieren zu gut. Zumal die Stadt mit dem betroffenen Grundstück nicht viel anfangen könne. Bei einem Nein entstünden der Stadt laut Meier grosse Kosten, weil sie sich selbst um das stark sanierungsbedürftige Alterszentrum kümmern müsste. Er verstehe die Angst der Gegner nicht, dass Schlieren sein Tafelsilber veräussere: «Wir betreiben derzeit in der Stadt einen aktiven Landhandel», sagt Meier. So ist die Stadt daran, im Zentrum die alte Badenerstrasse dem Kanton abzukaufen.

Unter dem Strich werde die Stadt trotz des Verkaufs mehr Land besitzen, sagt er. «Da muss man sich auch mal von einem Stück Land trennen können, das nicht so wichtig ist.»