Schlieren
Stadtrat macht Rückzieher bei den hohen Gaspreisen – weil sich der Hauseigentümerverband dafür eingesetzt hat

Nachdem die Stadt Schlieren im März bekannt gab, dass sie die Gaspreise per 1. Mai massiv erhöht, korrigiert sie diesen Entscheid jetzt, wie der Stadtrat mitteilt. Von der Korrektur profitiert etwas mehr als ein Drittel der Gasbezüger in Schlieren.

David Egger
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Und wie viel kostet das jetzt? Gleich viel wie vorher – das hat der Stadtrat Schlieren jetzt beschlossen.

Und wie viel kostet das jetzt? Gleich viel wie vorher – das hat der Stadtrat Schlieren jetzt beschlossen.

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Zur Korrektur der Preiserhöhung kommt es dank dem Hauseigentümerverband Schlieren. Dieser stellte fest, dass die Tariferhöhung per 1. Mai sogenannte Kleinstbezüger übermässig stark trifft. Mit Kleinstbezügern sind vor allem Haushalte gemeint, die nur mit Gas kochen, sowie Einfamilienhäuser, die mit Gas kochen und heizen. Der Hauseigentümerverband forderte den Stadtrat dazu auf, die Preisberechnung zu überprüfen.

Machte den Stadtrat auf die Ungerechtigkeit gegenüber den Kleinen aufmerksam: Peter Voser, Präsident des Hauseigentümerverbands Schlieren.

Machte den Stadtrat auf die Ungerechtigkeit gegenüber den Kleinen aufmerksam: Peter Voser, Präsident des Hauseigentümerverbands Schlieren.

Valentin Hehli

Erhöhung wäre «weder gerecht noch rechtsgültig»

Der Stadtrat hält nun fest, dass die Berechnung zwar korrekt war. Aber das Berechnungsmodell sei nicht auf eine so aussergewöhnliche Gasmarktsituation wie jetzt ausgelegt. Die neuen Tarife hätten dazu geführt, dass mit den Kleinstbezügern, auch Tarifgruppe A1 genannt, Gewinn gemacht würde, während mit den anderen Tarifgruppen Verlust geschrieben würde. Diese Ungleichbehandlung würde zu einer Subventionierung der Grossbezüger durch die Kleinstbezüger führen, «was weder gerecht noch rechtsgültig wäre», wie der Stadtrat schreibt.

«Da die Tarifgruppe A1 nur knapp 0,7 Prozent aller Einnahmen ausmacht, fiel diese Ungleichbehandlung während der Entscheidungsfindung nicht auf»,

erklärt der Stadtrat. Er hat nun beschlossen, dass die Gastariferhöhung per 1. Mai wie geplant umgesetzt wird, ausser für die Tarifgruppe A1. Für die Kleinstbezüger gelten also die bisherigen Tarife.

Der Stadtrat danke dem Hauseigentümerverband «für den aufmerksamen Hinweis», heisst es in der Mitteilung.

Übrigens: Die Tarifstufe A1 macht zwar nur 0,7 Prozent der Einnahmen aus. Aber 35,6 Prozent aller Schlieremer Gaskunden befinden sich in dieser Stufe. Daneben gibt es 15 weitere Stufen.