EKZ

Elektroautos noch schnell an der Strassenlaterne auftanken - in Schlieren ist das neu möglich

Die Elektrizitätswerke Zürich haben auf dem Färbiplatz ein Pilotprojekt gestartet.

Thomas Mathis
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Thomas Mathis

Den Färbiplatz zwischen Bahnhof und Rietpark gibt es noch nicht lange. Er ist deshalb erst wenigen Schlieremern ein Begriff. Jetzt kann der Platz mit einer Neuheit auftrumpfen. Die Elektrizitätswerke Zürich (EKZ) haben dort kürzlich zwei Zapfsäulen für Elektroautos installiert. Das Besondere an der Tankstelle ist, dass sie an Strassenlaternen montiert und über das Netz der öffentlichen Beleuchtung gespeist wird. «Der Vorteil davon ist, dass wir die bestehende Infrastruktur nutzen können», sagt Jörg Haller, Leiter öffentliche Beleuchtung bei den EKZ. Er ist für das Pilotprojekt verantwortlich.

Das Konzept der Strassenlampentankstelle wurde vom deutschen Unternehmen Eluminocity in Zusammenarbeit mit dem Autohersteller BMW entwickelt. Die EKZ haben das System «Light and Charge» nun in die Schweiz gebracht. «Wir wollen einen Praxistest durchführen», sagt Haller, der sich anfänglich aus privatem Interesse mit dem System befasst hat. Er ist überzeugt von der Idee, mit einer einfachen Installation an einer Laterne einen Mehrwert zu generieren.

Betanken braucht viel Leistung

«Der Färbiplatz ist für den Versuch gut geeignet, weil das Gebiet städtisch, relativ neu und sowohl Arbeits- als auch Wohnort ist», sagt Haller. Bei der Wahl des Standorts müssen aber auch die technischen Voraussetzungen stimmen. Weil es zum Laden eines Elektroautos viel elektrische Leistung braucht, sind nicht alle Stellen im Beleuchtungsnetz für eine Tankstelle geeignet. «Das Betanken benötigt die gleiche Leistung wie 100 LED-Strassenlampen», sagt der Projektleiter. Das ist auch der Grund, warum das Auto nicht in kurzer Zeit vollgetankt werden kann.

Obschon die Zahl an Elektrotankstellen stetig steigt, empfiehlt es sich als Besitzer eines Elektroautos, sich im Voraus über die Tankmöglichkeiten zu informieren, um nach einer langen Fahrt nicht irgendwo zu stranden. Dazu gibt es verschiedene Onlineportale, die Ladestationen auflisten. In diesen Datenbanken sind auch die Limmattaler Gemeinden vertreten. In Geroldswil und Oberengstringen sind je eine, in Urdorf und Uitikon je drei Stationen installiert. Dietikon und Schlieren haben insgesamt sechs Elektrotankstellen, in Aesch und Birmensdorf sind es deren drei.

Betrieben werden die Ladestellen einerseits von Privaten und andererseits von Energieunternehmen und Detailhändlern. Viele der Stationen können kostenlos genutzt werden. Ein Beispiel dafür ist die Zapfsäule von Lidl in Schlieren. Sie kommt vier- bis sechsmal täglich zum Einsatz, Tendenz steigend, teilt Sprecherin Corina Milz auf Anfrage mit. Die Nutzung der beiden neuen Laternenzapfsäulen auf dem Färbiplatz ist während der Versuchsphase ebenfalls kostenlos. Eine dritte Gratis-Tankstelle an einer Strassenlaterne wollen die EKZ noch im April beim Stadthaus Schlieren installieren.