Unterengstringen

Gemeindepräsident findet Aussage von RPK-Präsident «unter der Gürtellinie»

Die Mittefasten-Einbürgerungs-Zeremonie fand unter besten Wetterbedingungen statt. Gemeindepräsident Peter Trombik ärgerte sich allerdings über die Äusserungen der Rechnungsprüfungskommission zur Abstimmung über das neue Gemeindehaus.

Kathrin Fink
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Der an Krebs erkrankte Unterengstringer Gemeindepräsident Peter Trombik sprach sich für eine zuversichtliche Grundeinstellung zum Leben aus.

Der an Krebs erkrankte Unterengstringer Gemeindepräsident Peter Trombik sprach sich für eine zuversichtliche Grundeinstellung zum Leben aus.

Kathrin Fink

Gemeindepräsident Peter Trombik hat sich zwei Haupthemen für seine Rede an der Bürgeraufnahme während Mittefasten ausgesucht. Einmal seine Krebserkrankung, über die er offen zu den anwesenden Unterengstringern sprach, zum anderen das nicht weit entfernte Thema Optimismus und Zuversicht im Leben. Was ihm persönlich in der letzten Woche nicht so viel Optimismus bescherte, war ein Artikel in der Limmattaler Zeitung über den Bau des neuen Gemeindehauses. Peter Trombik nervte sich öffentlich über ein Zitat des Präsidenten der Rechnungsprüfungskommission, das besagte, die Unterengstringer hätten dem Bau nur zugestimmt, damit das lange Hin und Her endlich ein Ende habe. Dies sei «unter der Gürtellinie», so Trombik, man hätte sicher nicht jeden einzelnen Bürger gefragt, wieso er jetzt Ja gestimmt habe. Man solle sich doch über den Bau freuen und nicht negative Schlagzeilen darüber verbreiten.

Nach diesem Votum ging er zum Thema Optimismus über. In Zusammenhang mit seiner Krebserkrankung habe er von seinen Ärzten und seinem Umfeld die Wichtigkeit des Optimismus zu spüren bekommen. Nach einer Chemotherapie gehe es ihm nun besser, doch er finde es wichtig, auch weiterhin mehr Zuversicht ins Leben zu bringen. Seine Eltern seien arm gewesen: «Arm, aber zufrieden.» Seine Mutter Italienerin, sein Vater Schlesier, ist er im Zürcher Arbeiterviertel Kreis 4 aufgewachsen. Und doch habe er es zu etwas gebracht, an der ETH einen Abschluss gemacht und sei Gemeindepräsident von Unterengstringen geworden – alles durch eine positive Lebenseinstellung.

Nach einem Zwischenspiel der Jugendmusik rechtes Limmattal gelangte die Zeremonie zu ihrem eigentlichen Zweck: die Bürgeraufnahme. Zehn Erwachsene, plus ein Kind, wurden öffentlich als Bürger von Unterengstringen willkommen geheissen. Darunter befanden sich sieben Schweizer und vier eingebürgerte Ausländer. Zum Schluss posierten noch alle für ein Foto, dann ging das Gedränge rund um den Grill los. Alle wollten eine Gratiswurst und ein Gläschen Wein haben. Die Kinder tollten währenddessen im Wald herum. Es herrschte Vorfrühlings-Stimmung.