Oberengstringen

Jugendarbeiterin Larissa Buser: «Ich war auch nicht die Bravste»

Die Jugendarbeiterin Larissa Buser sorgt für das Wohlbefinden junger Menschen in Oberengstringen.

Jefimija Djukic
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Die Jugendarbeiterin Larissa Buser bearbeitet Anliegen von Teenagern in ihrem Büro in Oberengstringen.

Die Jugendarbeiterin Larissa Buser bearbeitet Anliegen von Teenagern in ihrem Büro in Oberengstringen.

Jefimija Djukic

Die Eltern sind doof, die Schule nervt und das Leben ist fürchterlich anstrengend – so ergeht es vielen Pubertierenden. Eine helfende Hand in dieser schwierigen Phase bietet Larissa Buser. Sie ist seit November 2016 die neue Jugendarbeiterin in Oberengstringen.

Die in der Fahrweid aufgewachsene Buser setzt sich dafür ein, dass Jugendliche gut integriert sind, sich wohlfühlen und an das politische und gesellschaftliche Geschehen in der Gemeinde herangeführt werden. Sie begleitet Jugendliche auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit und zur verantwortungsbewussten Persönlichkeit. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Aktivitäten zu planen. Ziel sei es, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen für Jugendliche zu schaffen.

«Das gemeinsame Erleben in der Gruppe steht dabei im Vordergrund», sagt Buser. Beispielsweise organisiert sie den Streetclub im Jugendzentrum, der von Herbst bis zu den Frühlingsferien stattfindet. Während dieser Zeit können sich Fünft- bis Sechstklässler einmal wöchentlich zum Plausch treffen, basteln gemeinsam oder treiben Sport.

Dabei gerät auch Buser schon mal aus der Puste. «Kinder haben so viel Energie, da fühlt man sich daneben gleich alt», sagt die 24-Jährige und lacht. Das Jugendzentrum dient auch Schülern ab der Oberstufe als Treffpunkt. Der Raum steht den Jugendlichen zur Verfügung, um Tischfussball oder Billard zu spielen. Am Abend verwandelt sich das Jugendzentrum auch ab und zu in eine Disco.

Neben den Aktivitäten leistet sie auch aufsuchende Jugendarbeit. Bei der Jugendinfostelle können sich hilfesuchende Jugendliche von Buser beraten lassen. Dabei spiele es keine Rolle, ob es um soziale Probleme geht oder sie Unterstützung brauchen bei der Berufswahl oder einem Bewerbungsschreiben. Das Angebot richtet sich an junge Menschen zwischen der 5. Klasse und dem 20. Lebensjahr. «Das pubertierende Alter hört dann in der Regel auf, eine wirkliche Altersgrenze gibt es aber nicht. Wir sind hier sehr offen», sagt Buser.

Freche Kids gehören dazu

Dass Jugendliche nicht immer einfach anzusprechen sind und ab und zu mal frech sein können, stört Buser nicht. Als gelernte Psychiatriefachfrau ist sie sich gewohnt, mit Problemfällen zu arbeiten. «Das gehört dazu, ich war früher auch nicht die Bravste und habe meinen Eltern das Leben manchmal schwer gemacht. Während der Pubertät steckt man noch in der Selbstfindung», sagt sie. Um diese Teenager zu zügeln, brauche es einen guten Zuhörer. Um Verständnis für die Jugendlichen aufzubringen, müssen sich die Jugendarbeiter mit den vielfältigen Religionen, Nationalitäten und ethnischen Identifikationen der Jugendlichen auseinadersetzen.

«Kinder haben so viel Energie, da fühlt man sich daneben gleich alt.»

Larissa Buser, Jugendarbeiterin

Weitere Projekte stehen für Buser im Sommer an. Denn dann wird sie die Hölzli-Challenge organisieren: Beim Badi-Fest im Hölzli Oberengstringen, können sich Jugendliche ab der 6. Klasse in Dreierteams in verschiedenen Spielen messen – etwa beim Stand-up-Paddling oder im Sumoringen.

Gemeinderat lobt die Arbeit

Die vielfältigen Angebote der Jugendarbeit werden von der Gemeinde finanziell unterstützt. Ein stetiger Austausch mit der Jugendkommission und quartalsweise eingereichte Rapporte über die Arbeit sollen sicherstellen, dass die Qualität der Aktivitäten und der Beratung stimmt. Kurt Leuch, Präsident der Jugendkommission und Gemeinderatsmitglied, lobt die Arbeit der Jugendbeauftragten: «Der Gemeinderat ist stolz auf die vorbildlich geführte Jugendarbeit.»

Buser unterstützt mit ihrer Arbeit für die Gemeinde nicht nur Jugendliche. Sie ist daneben als Integrationsbeauftragte tätig. Die Aufgaben bestehen unter anderem darin, Willkommensgespräche mit Neuzuzügern zu führen oder Deutsch- sowie Schweizerdeutsch-Kurse für Fremdsprachige zu vermitteln.

Um Ausgleich von ihrem Arbeitsalltag zu finden, treibt sie Tauchsport. Dafür reist sie mehrmals pro Jahr ans Meer. Wenn sie gerade mal nicht die Tiefen der Meere erforschen kann, gibt sie sich auch mit dem Zürichsee oder dem Bodensee zufrieden. «Man sieht zwar keine aussergewöhnlichen Fische, aber es geht ja um das Gesamtpaket», sagt sie lächelnd.