Urdorf

Kantonspolizei sammelt haufenweise Gewehre, Revolver und Munition ein

Im Auftrag der Sicherheitsdirektion wurden in Urdorf unerwünschte Waffen zur Vernichtung entgegengenommen. Die Kantonspolizei zieht zur zweiten freiwilligen Waffenabgabe eine positive Bilanz

Sophie Rüesch
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Diese ausgedienten Karabiner warten darauf, vernichtet zu werden. rue

Diese ausgedienten Karabiner warten darauf, vernichtet zu werden. rue

Limmattaler Zeitung

Die Ausbeute der Aktion freiwillige Waffenabgabe war beträchtlich – und vielfältig: 47 Karabiner, 7 Langgewehre, 10 Sturmgewehre 57, 8 Armeepistolen und -revolver, 11 private Pistolen und Revolver, 40 private Gewehre, 40 Bajonette, 1 Hellebarde, 1 Kampfbeil, 1 Wilderergewehr rund 40 Kilogramm Munition sowie eine geringe Menge Sprengstoff wurde der Kantonspolizei Zürich in Urdorf zur Vernichtung übergeben.

Darunter befanden sich auch rund zwei Dutzend ausgemusterte Sportwaffen, die von einem Schützenverein, der seinen Waffenbestand erneuert hat, abgegeben wurden.

«Für mehr Sicherheit im Haushalt»

Nach einer ersten erfolgreichen Durchführung im Jahr 2009 hat die Kantonspolizei im Auftrag der Sicherheitsdirektion die Aktion erneut ins Limmattal gebracht. Auf dem Verkehrspolizeistützpunkt in Urdorf wurde in Zusammenarbeit mit dem Amt für Militär und Zivilschutz und dem Wissenschaftlichen Forschungsdienst des Forensischen Institutes Zürich eine Abgabestelle für unerwünschte oder nicht mehr funktionsfähige Waffen eingerichtet.

«Das Ziel der Aktion ist, die Sicherheit in den Haushalten zu verbessern», sagte Esther Surber vom Mediendienst der Kantonspolizei. «Wir wollen den Leuten zeigen, dass sie nicht mehr erwünschte Waffen, Waffenzubehör und Munition bei uns einfach und sicher entsorgen können.»

Spezialisten prüfen alle Waffen

Wer sich dazu entschied, sich von seiner ausgedienten Privat- oder Ordonnanzwaffe zu trennen, wurde auf dem Urdorfer Polizeistützpunkt bereits auf dem Parkplatz empfangen und von einem Mitglied der Kantonspolizei in die Halle begleitet. «Die Eigensicherung ist ein wichtiger Faktor bei der Waffenrückgabe», sagte Hauptmann Marcel Suter, der bei der Aktion als Einsatzleiter fungierte.

Auf dem Stützpunkt wurden die Waffen dann von einem Spezialisten überprüft. Erst nach dem Ausfüllen eines Verzichtsformulars fand die eigentliche Abgabe statt: Privatwaffen wurden von der Kantonspolizei, Dienstwaffen vom Militär entgegengenommen.

Emotionale Bindungen

Der Moment der Abgabe war für einige Waffenbesitzer mit Wehmut verbunden: «Es kommen schon auch Leute, besonders solche der Nachkriegsgeneration, die mit der Waffe emotional eng verbunden sind», sagte Suter. Diese würden dann gerne noch etwas auf dem Polizeistützpunkt verweilen und den Polizisten die Geschichte der abgegebenen Waffe erzählen. Er habe auch erlebt, dass Leute sehr froh seien, die Waffe abgeben zu dürfen, weil sie mit einem negativen Erlebnis, zum Beispiel einem Suizid mit der alten Waffe, gekoppelt sei.

Die meisten Leute würden die Abgabe aber nüchtern betrachten. «Für die meisten stellt die ausgediente Waffe ein unnötiges Sicherheitsrisiko dar», so Suter.

Die Mehrheit der abgegebenen Waffen werde nun vernichtet. «Wir stossen aber immer wieder auf einzelne Trouvaillen, die wir dann, natürlich im Einverständnis mit dem ehemaligen Besitzer, an die Waffensammlung des Kriminalmuseums der Kantonspolizei Zürich weiterleiten», so Suter.