Limmattal
Wirtschaftsverbände lehnen Volksinitiative ab: «Die Bereitschaft, in Zürcher Unternehmen zu investieren, würde leiden»

Der IHV Dietikon, die Wirtschaftskammer Schlieren und der Gewerbeverband Limmattal stellen sich gegen die Volksinitiative «Keine Steuergeschenke für Grossaktionäre», die am 25. September zur Abstimmung kommt.

LiZ
Drucken
Die Limmattaler Wirtschaftsverbände positionieren sich klar gegen die Volksinitiative «Keine Steuergeschenke für Grossaktionärinnen und Grossaktionäre».

Die Limmattaler Wirtschaftsverbände positionieren sich klar gegen die Volksinitiative «Keine Steuergeschenke für Grossaktionärinnen und Grossaktionäre».

Symbolbild: Donato Caspari

Die kantonale Volksinitiative «Keine Steuergeschenke für Grossaktionärinnen und Grossaktionäre» fordert, dass der Teilbesteuerungssatz für Einkünfte aus qualifizierten Beteiligungen von 50 auf 70 Prozent erhöht wird. «Die Limmattaler Wirtschaftsverbände setzen sich dagegen vehement zur Wehr», schreiben nun der Industrie- und Handelsverein Dietikon (IHV), die Wirtschaftskammer Schlieren und der Gewerbeverband Limmattal (GVL) in einer Mitteilung.

«Dividenden werden aus dem Gewinn des Unternehmens finanziert. So kommt es zu einer doppelten Besteuerung von Dividenden, nämlich erstens als Unternehmensgewinn und zweitens als Einkommen beim Aktionär», halten die Wirtschaftsverbände fest. Mit dieser Doppelbesteuerung würden bis zu 50 Prozent des Gewinns an den Staat abgeführt werden müssen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Vor allem KMU betroffen

Der Hintergrund der reduzierten Besteuerung von Dividenden sei, dass diese ­doppelte Besteuerung korrigiert wird, wenn jemand substan­zielle Anteile an einer Firma besitzt. «Dies ist typischerweise der Fall bei KMU und Familienunternehmen.»

Die Volksinitiative treffe daher vor allem KMU und deren steuerpflichtige Inhaberinnen und Inhaber. «Die Bereitschaft und Fähigkeit, in Zürcher Unternehmen zu investieren, würde entsprechend leiden», wenn die Initiative angenommen werde. Investitionen seien aber die Grundlage für Arbeitsplätze, Wohlstand und Innovation. Und schliesslich weisen die Wirtschaftsverbände darauf hin, dass der Kanton und die ­Gemeinden gar keine Mehrerträge bräuchten, «da in den ­letzten Jahren stets Über- schüsse ausgewiesen werden konnten».

Drei Ja-Empfehlungen zu den nationalen Vorlagen

Auch zu den nationalen ­Vorlagen haben sich die drei Wirtschaftsverbände geäussert, dies zusammen mit der ­Vereinigung für Industrie, Dienstleistungen und Handel (IDH) Spreitenbach. Die Verbände empfehlen ein Ja zur ­Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der ­Mehrwertsteuer, ein Ja zur ­Änderung des Bundes­gesetzes über die AHV und ein Ja zur Änderung des Bundes­gesetzes über die Verrechnungssteuer.

Die Abstimmungen über die genannten und weitere ­Vorlagen finden am 25. September statt.