Dietikon

Positive Bilanz mit der SIP – Konflikte gab es vor allem an der Limmat

Probehalber engagiert hat die Stadt Dietikon die SIP, um die Sicherheit und Sauberkeit im Zentrum zu verbessern. Jeweils zwei Personen in blauer Uniform patrouillierten das Gebiet rund um den Bahnhof, den Kirchplatz und das Limmatufer.

Bettina Hamilton-Irvine
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Zwischen März und September haben SIP-Patrouilen im Zentrum von Dietikon und an der Limmat 86 Einsätze geleistet.

Zwischen März und September haben SIP-Patrouilen im Zentrum von Dietikon und an der Limmat 86 Einsätze geleistet.

Emanuel Freudiger

Peter Laib weiss Erstaunliches zu berichten. Von Mitte März bis Ende September waren Patrouillen der Organisation Sicherheit Intervention Prävention (SIP) Züri in Dietikon unterwegs. «In der gesamten Zeit mussten wir kein einziges Mal die Polizei rufen», sagt der Projektleiter. Und: Man habe nie einen wirklichen Risikokonsum von Alkohol festgestellt.

Schnell gut akzeptiert

Vor allem die zweite Aussage erstaunt. Auf Nachfrage präzisiert Laib: Natürlich hielten sich rund um den Bahnhof und auf dem Kirchplatz Personen auf, die ein Alkoholproblem hätten. Die SIP Züri konzentriere sich jedoch im Zusammenhang mit Alkohol vor allem darauf, den Jugendschutz sicherzustellen.

Probehalber engagiert hat die Stadt Dietikon die SIP, um die Sicherheit und Sauberkeit im Zentrum zu verbessern. Jeweils zwei Personen in blauer Uniform patrouillierten das Gebiet rund um den Bahnhof, den Kirchplatz und das Limmatufer.

Zu ihren Aufgaben gehörten aufklärende Gespräche zur Prävention - dabei ging es um Alkohol und Drogen, Littering, Lärm und generelle Konflikte - aber auch das Vermitteln zwischen zwei Parteien. Für die Stadt war das Pilotprojekt mit der SIP eine weitere Massnahme im Zusammenhang mit ihrem Legislaturschwerpunkt «Dietikon ist sicher und sauber». Zuvor wurde bereits die Polizeipräsenz verstärkt, die Reinigung im Zentrum intensiviert und ein neues Abfallkübelkonzept eingeführt.

Den nun abgeschlossenen, halbjährigen Testbetrieb bezeichnet SIP-Projektleiter Laib als erfolgreich: «Wir wurden ziemlich schnell gut akzeptiert.» Auch Sicherheitsvorstand Heinz Illi ist zufrieden. Es mache für Dietikon Sinn, dass eine solche Patrouille im Zentrum unterwegs sei, sagte er gestern an einer Medieninformation. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien positiv. Und: «Unsere Polizei wird entlastet.» Der Gesamtstadtrat wird das Projekt nun analysieren und entscheiden, ob auch nächstes Jahr wieder SIP-Patrouillen eingesetzt werden.

Dass man sich auch in Zukunft in Dietikon auf verschiedene Arten mit den Problemen der 24-Stunden-Gesellschaft auseinandersetzen muss, ist laut Illi klar. «Alle Bedürfnisse auf einen Nenner zu bringen, wird im öffentlichen Raum immer schwieriger», sagt er. Vor allem die Nötzliwiese zwischen Limmat, Bahnhof und Altbergquartier sei zum eigentlichen Brennpunkt geworden, da sie zunehmend von verschiedenen Nutzergruppen beansprucht werde.

Benutzerordnung für Nötzliwiese

Wenn auf relativ kleinem Raum mit unmittelbarer Anwohnerschaft laute Partys gefeiert würden - auch in der Nacht -, komme es zwangsläufig zu Konflikten, so Illi. Dass die Wiese zudem als Anlegestelle und Festplatz für «Gumiböötler» gebraucht werde, verstärke das Problem noch. Dass es gehäuft zu Lärm- und Litteringklagen gekommen sei, hänge aber auch mit dem lang anhaltenden schönen Wetter im Sommer zusammen. «Wir werden im nächsten Frühling ein spezielles Augenmerk auf die Nötzliwiese richten», sagt Illi. Unter anderem könnte eine Benutzerordnung helfen.