Dietikon

Sie spielten sich im Kulturstall für ihr erstes Album ein

Die Jazzmusikerinnen Aki Takase und Ingrid Laubrock begeistern im Kulturstall des Biohofs Fondli in Dietikon mit ihrem Zusammenspiel.

Florian Schmitz
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Aki Takase (links) und Ingrid Laubrock harmonierten sehr gut zusammen. Flo

Aki Takase (links) und Ingrid Laubrock harmonierten sehr gut zusammen. Flo

Illustrer Besuch auf dem Biohof Fondli: Am Freitagabend spielten die beiden Musikerinnen Aki Takase und Ingrid Laubrock ein besonderes Jazzkonzert im Kulturstall. Die beiden haben schon viele internationale Bühnen bespielt und Takase wurde im vergangenen Winter mit dem renommierten Berliner Jazzpreis ausgezeichnet.

Im gemütlichen umgebauten Kuhstall auf dem Dietiker Bauernhof fühlten die beiden sich wohl. Sie spielten mal dynamisch und energiegeladen, mal ruhig und sphärisch, aber immer technisch präzis und experimentell verspielt. Zwischendurch hatten sie die eine oder andere musikalische Überraschung auf Lager. Takase und Laubrock harmonierten so gut, dass man ihnen nicht anmerkte, dass sie erst zum fünften Mal zusammen auf der Bühne standen, wie Veranstalter Samuel Spahn vor dem Konzert anmerkte. Die gespielten Kompositionen stammten fast alle von den Künstlerinnen selbst. «Das sind alles brandneue Stücke frisch ab Presse. Einige wurden noch nie vor Publikum gespielt», sagte Laubrock.

«Sie sind grossartige Musikerinnen», freute sich Samuel Spahn, der zusammen mit seiner Partnerin Anita Lê seit mittlerweile 15 Jahren mehrheitlich Jazz-Konzerte im Kulturstall organisiert. Obwohl sie zur Pension Anfang Jahr den Biohof Fondli an Tina Siegenthaler, Finn Thiele und Sébastien Czaka verpachtet haben, haben sie die Konzertreihe weitergeführt. Die Zusammenarbeit mit den neuen Pächtern, von denen zwei bereits vorher auf dem Fondlihof arbeiteten, klappe sehr gut, sagt Spahn.

Aktuell veranstalten er und Lê rund vier bis sechs Konzerte pro Jahr. Dabei arbeiten sie vor allem mit Schweizer Musikern zusammen. Es sei eher eine Ausnahme, dass ausländische Musikerinnen auftreten würden. «Meistens spielen Schweizer Musikerinnen und Musiker im Kulturstall. Die Schweizer Jazz-Szene ist vielfältig und kreativ», sagt Spahn. Am nächsten Konzertabend am 6. Oktober spielt mit Christoph Grab und Tough Tenor auch wieder eine Schweizer Formation.

Erstes gemeinsame Album

Die Zusammenarbeit zwischen Takase und Laubrock ist noch relativ neu. Die 70-jährige Japanerin, die seit 1987 in Berlin wirkt, und die 47-jährige Deutsche, die seit 2008 in Brooklyn lebt, standen im November 2016 erstmals zusammen auf der Bühne. Nach der Premiere am Jazzfest Berlin trafen sich ihre Wege im April 2017 in London wieder, wo sie gemeinsam am Intakt-Records-Festival auftraten.

Ihren Auftritt in Dietikon nutzten die beiden auch, um sich noch weiter einzuspielen. Denn an diesem Wochenende nehmen sie in Winterthur ihr erstes gemeinsames Album auf.