Schlieren

So soll das Schlieremer Stadtzentrum in Zukunft aussehen

Nach der offiziellen Eröffnung der «Parkside»-Überbauung ist die nächste Etappe auf dem Weg zum neuen Schlieremer Stadtzentrum in Sichtweite: Ein einspuriger Kreisel soll den Verkehr auf dem geplanten neuen Stadtplatz beruhigen und reduzieren.

Nicole Emmenegger
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Alles wir neu in Schlierens Mitte: So sieht der geplante Stadtplatz aus
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Alles wir neu in Schlierens Mitte: So sieht der geplante Stadtplatz aus

AZ

Der Stadtrat hat vor zwei Wochen dem Vorprojekt für den neuen Stadtplatz beim «Parkside» zugestimmt, wie er jetzt bekannt gibt. Das Vorprojekt entspricht in den zentralen Punkten dem Modell «Flügel», das 2009 unter Mitwirkung der Bevölkerung entwickelt worden war. Dessen Machbarkeit ist nun bestätigt.

Markenzeichen inmitten des Platzes ist eine überdachte Wartezone für Bus- und Stadtbahn-Passagiere. Als Dach ist eine leichte Konstruktion mit seitlich abgeknickten Flächen vorgesehen.

Dass der Boden des Platzes voraussichtlich mit Asphalt und nicht mit Kopfsteinpflaster gestaltet wird, hat laut Bauvorstand Jean-Claude Perrin auch finanzielle Gründe: «Wir möchten das Geld nicht in Bodenbeläge, sondern vielmehr in das Flügeldach und in den neuen Brunnen auf dem Platz investieren.»

1 Million teurer als geschätzt

Kosten soll das Projekt, das eine komplette Neugestaltung der Fläche bis zu den angrenzenden Gebäuden vorsieht, die Stadt Schlieren nach aktuellem Stand rund acht Millionen Franken. Das ist eine Million Franken mehr, als die Planer 2009 aufgrund eines Vergleichs mit dem Dietiker Stadtplatz prognostiziert hatten. Die Kosten für den Strassenbau und für die Erstellung des Trassees für die geplante Limmattalbahn trägt der Kanton.

Abgesehen von den Kosten weicht das Vorprojekt minim vom Entwurf aus dem Jahr 2009 ab: Neu sind die Glaswände bei der Wartestelle, welche die wartenden Passagiere vor Regen, Schnee und Wind schützen. Zudem schmücken ein Brunnen und Bäume den Platz. «Wir nehmen die in den Workshops geäusserten Wünsche der Bevölkerung sehr ernst», sagt Perrin.

Das gelte auch für das Anliegen, dass das Innere des neuen Stadtplatzes primär als Umsteigeort dient: «Das soziale Leben wird sich rund um den Platz abspielen. Wir hoffen, dass die angrenzenden Restaurants den neuen Raum nutzen und ihre Gäste auch draussen bedienen.»

Mit seinem Okay für das Vorprojekt hat der Stadtrat auch festgelegt, wie der Verkehr auf der Kantonsstrasse rund um den Platz künftig rollen soll. «Wir haben uns für die fussgängerfreundliche Variante entschieden», sagt Perrin. Diese Lösung beinhaltet einen einspurigen Grosskreisel, in dem die Fahrzeuge verlangsamen müssen.

Dadurch sollen die Fussgänger frei und sicher zwischen den Läden im «Parkside» und der Einkaufspassage Lilie flanieren können - wie beispielsweise auf dem Zürcher Löwenplatz.

Mit dieser Gestaltung soll sich das Stadtzentrum in ein grosses Shoppincenter verwandeln. «Schlieren erhält als Einkaufsort auf der Achse Spreitenbach-Zürich mehr Gewicht», sagt Perrin. Eine einzige Fussgängerampel ist im Bereich des «Parkside»-Eingangs geplant. «So können wir den Fussgängerstrom portionieren», erklärt Stadtingenieur Manuel Peer.

Durchgangsverkehr reduziert

Trotz dieser Massnahme haben Autos oder Lastwagen das Nachsehen beim neuen Stadtplatz. Die Verkehrsplaner rechnen laut Peer damit, dass sie während der abendlichen Stosszeiten künftig rund zehn Minuten länger für die Fahrt durch Schlieren brauchen.

Vom zähflüssigen Abendverkehr erwarten sich die Verkehrsplaner einen willkommenen Nebeneffekt: Der Durchgangsverkehr zwischen Zürich und dem Aargau soll auf die bereits ausgebaute Bernstrasse im Norden Schlierens ausweichen.

Damit diese für den Verkehr attraktiver wird, prüft der Kanton laut Stadtingenieur Peer eine Entlastung der staugeplagten Kreuzung Bernstrasse-Engstringerstrasse - zum Beispiel durch eine Unterführung. «Die Stadt Schlieren hat diese Lösung schon mehrmals gefordert», so Bauvorstand Perrin.

2014 soll gebaut werden

Als nächster Schritt muss die neue Strassenführung rund um den Stadtplatz vom Kanton öffentlich aufgelegt werden. Ende 2011 soll das Schlieremer Gemeindeparlament über den Projektierungskredit für den neuen Stadtplatz befinden können. Wann das definitive Projekt an die Urne kommt, darauf will sich Bauvorstand Perrin noch nicht festlegen.

«Im Jahr 2014 muss allerdings gebaut werden, damit wir von den finanziellen Beiträgen aus dem Agglomerations-Programm des Bundes profitieren können», so Perrin. Wird der Schlieremer Stadtplatz ins Agglomerations-Programm aufgenommen, übernimmt der Bund gemäss Stadtingenieur Peer ein Drittel der Projektkosten - bei erwarteten 8 Millionen Franken ein stattlicher Betrag.