Schlieren

So sollen die Sport- und Spielplätze der Zukunft aussehen

Werkvorstand Stefano Kunz (CVP) erklärt, wie die Freiräume der Zukunft gestaltet sind.

Alex Rudolf
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Im Sommer wird mit dem Färberhüsli-Spielplatz der erste Spielplatz eröffnet, der unter Berücksichtigung des Spielplatzkonzepts erstellt wurde.

Im Sommer wird mit dem Färberhüsli-Spielplatz der erste Spielplatz eröffnet, der unter Berücksichtigung des Spielplatzkonzepts erstellt wurde.

fni

Herr Kunz, wie sehen in Schlieren öffentlichen Räume und Spielplätzeder Zukunft aus?

Stefano Kunz: Sie sind möglichst geräumig und motivieren, sich in irgendeiner Form zu bewegen. Damit ist beispielsweise gemeint, dass Spielgeräte nicht nur auf einen Nutzen reduziert werden, sondern dass sie mehrere Nutzungsmöglichkeiten bieten. Die Fantasie der Benutzer soll angeregt werden.

Ist dies eine Erkenntnis, die sie aus der kantonalen Sportkonferenz zum Thema «Sport im öffentlichen Raum» von vergangener Woche mitgenommen haben?

Nein. Viel eher habe ich gemerkt, dass Schlieren mit seinen planerischen Konzepten auf dem richtigen Weg ist. An der Konferenz wurden verschiedene Ansätze vorgestellt. Wie etwa, dass künftig Vita-Parcours nicht nur in Wäldern, sondern auch in Städten entstehen sollen. Oder der sogenannte Pump-Track. Diese gewellte, gebuckelte Bahn soll Skatern, Velo- oder Trottinettfahrern ein spezielles Fahrvergnügen bieten.

Stefano Kunz

Stefano Kunz

zvg

Eines der Fazits der Konferenz war jedoch, dass solche Angebote mit derart spezifischer Nutzung rasch an Attraktivität verlieren. Irgendwann sind sie out.

Schlierens Spielplätze und öffentliche Räume werden also nackt und kahl?

Überhaupt nicht. Aus der Konferenz ging hervor, dass durchaus Elemente wie etwa Überdachungen oder Unterstände eingeplant werden sollten. Geräte hingegen, die spezifisch nur einem Zweck dienen, sind hingegen nicht sinnvoll. Zudem muss der Platz und dessen Umgebung natürlich attraktiv sein, damit sich die Menschen gerne dort aufhalten.

Wie stellen Sie dies sicher?

Ein grosser Schritt wurde mit dem Stadtentwicklungskonzept und dessen zweiter Auflage getan. Dort wurde die Wichtigkeit der Freiräume und deren Verbindungen unterstrichen. Mit der Bau- und Zonenordnung der Stadt, die in den nächsten Jahren in Etappen revidiert werden soll, muss sichergestellt werden, dass die Freiräume erhalten bleiben. In Anbetracht des Verdichtungsdrucks der vergangenen Jahre ist dies notwendig. Zudem sollen Freiräume gut miteinander verbunden werden, sodass man angenehm und rasch vom einen zum nächsten gelangt. Aus meiner Sicht ist es erstrebenswert, dass vergleichbar mit einem städtischen Rundgang, ein Spielplatz- und Platz-Rundgang möglich ist.

Der Spielplatz Färberhüsli ist der erste Spielplatz der Stadt, der nach den Vorgaben des Spielplatzkonzepts reslisiert wurde.
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Dabei setzt die Stadt aue flexibel einsetzbare Geräte und auf viel Holz
Bereits im Sommer 2017 soll er fertiggestellt und der Öffentlichkeit übergeben werden

Der Spielplatz Färberhüsli ist der erste Spielplatz der Stadt, der nach den Vorgaben des Spielplatzkonzepts reslisiert wurde.

Alex Rudolf

Die Querverbindungen werden vom Parlament jedoch nicht unbedingt gewünscht.

Sie sprechen das Nein zum Planungskredit für die Unterführung unter den SBB-Gleisen beim Schulhaus Reitmen an. Das war in der Tat ein Rückschlag. Andererseits ist das Stadtentwicklungskonzept auf lange Sicht angelegt. Das hat den Vorteil, dass wenn sich der Bedarf verändert, Themen wie die Querung Reitmen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden können. Es wartet viel, harte Arbeit auf den Stadtrat.

Zurück zum eigentlichen Freizeitangebot. Ein Seilpark im Schlieremer Wald ist nicht machbar, die Skateranlage wurde vom Parlament versenkt und bald muss das Vitis Sportzentrum einem Neubau weichen. Wird Schlieren aus sportlicher Sicht unattraktiv?

Sicher nicht. Mit dem Tennisclub Schlieren bleibt der Stadt diese Sportart erhalten. Was das Squash-Angebot betrifft, wird sich zeigen, ob ein privater Anbieter den Neustart wagt. Was das restliche Angebot angeht, hat die Stadt viel zu bieten – doch muss man es auch nutzen. Daher erarbeitet die Stadt derzeit ein Konzept zum Aufbau eines Sportnetzes. Dabei sollen sämtliche Anbieter miteinander vernetzt werden. Also Schulen, Vereine aber auch private Organisationen wie das Kletterzentrum auf dem Gaswerk-Areal. Es ist wichtig, dass die Sport-Protagonisten in Schlieren wissen, was die anderen Anbieter und die Nutzer wollen und brauchen. Und welche Synergien allenfalls genutzt werden könnten.

«Sport im öffentlichen Raum»

An der dritten kantonalen Sportkonferenz von vergangener Woche diskutierten Vertreter der Gemeinden und Städte mit dem Sportamt des Kantons. Das diesjährige Motto war «Sport im öffentlichen Raum». Es wurde die Frage diskutiert, wie eine sportfreundliche Wohnumgebung gefördert werden kann. Einer der Referenten war Stefano Kunz. (az)