Kantonsrat

Steiner tritt aus dem Kantonsrat aus – Bärtschiger übernimmt

Der Dietiker Rolf Steiner (SP), aktuell höchster Zürcher, tritt nach seinem Amtsjahr aus dem Kantonsrat zurück. Der Schlieremer Stadtrat Markus Bärtschiger wird seine Nachfolge antreten.

Alex Rudolf
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Rolf Steiner (links) führt am 8. Mai durch seine letzte Sitzung. Markus Bärtschiger (rechts) wird am 15. Mai als Kantonsrat vereidigt.

Rolf Steiner (links) führt am 8. Mai durch seine letzte Sitzung. Markus Bärtschiger (rechts) wird am 15. Mai als Kantonsrat vereidigt.

Sandra Ardizzone/ZVG

Nach elf Jahren im Kantonsrat ist Schluss. Der amtierende Kantonsratspräsident und SP-Kantonsrat Rolf Steiner tritt aus dem Gremium aus. Am Freitag wurde offiziell mitgeteilt, dass er zurücktritt und sein Nachfolger von der Justizdirektion bereits als gewählt erklärt wurde.

Dabei handelt es sich um den Schlieremer Stadtrat Markus Bärtschiger, der nach Rosmarie Joss (Dietikon) und Rolf Steiner an dritter Stelle auf der SP-Liste aus den Kantonsratswahlen 2015 hervorging. Bärtschiger wird am 15. Mai als Kantonsrat vereidigt und übernimmt somit den Sitz von Steiner. Eine Woche zuvor, am 8. Mai wird dieser noch die Wahl seines Nachfolgers als höchster Zürcher leiten.

Vorteil für Schlieren

Der 54-jährige Bärtschiger sitzt seit 2010 in der Schlieremer Stadtregierung – zuerst als Sicherheitsvorstand, aktuell als Bauvorstand. Zudem ist er Verwaltungsratspräsident des Spitals Limmattal. Davor war er Mitglied des Schlieremer Gemeinderats, den er zweimal präsidierte. Mit Bärtschiger werden neu zwei Schlieremer Stadträte im Kantonsrat sitzen. Pierre Dalcher (SVP) trat 2011 in den Kantonsrat ein, drei Jahre später schaffte er den Sprung in die städtische Exekutive. Für die Stadt kann dies durchaus ein Vorteil sein. «Sitzt man im Kantonsrat, lernt man die Mechanismen gut kennen und kann auch einen direkten Draht zu den Regierungsräten aufbauen», sagt Volkswirtschafter Bärtschiger auf Anfrage.

Er freue sich sehr auf seine neuen Aufgaben. So öffne sich der Horizont, da man dort den ganzen Kanton im Blick habe. «Die Welt hört halt nicht jenseits der Schlieremer Stadtgrenze auf», so Bärtschiger. Noch sei offen, wo er seine politischen Akzente setzen werde. «Dies hängt davon ab, welche Themen in der SP-Fraktion bereits von vielen Personen besetzt sind und welche nicht», sagt er. Doch würden sich aufgrund seiner bisherigen Erfahrung wohl sicherheits- oder planungspolitische Themenbereiche anbieten. «Noch ist jedoch schwer zu sagen, – ob überhaupt und wenn ja – in welche Kommission mich meine Fraktion entsenden wird.»

«Bärtschiger ist versiert»

Mehrere Faktoren haben dazu geführt, dass der 64-jährige Steiner den Hut nimmt, wie er auf Anfrage sagt. Zum einen hätte sich der Dietiker nach seinem Präsidialjahr wieder in die SP-Fraktion einreihen und sich dort erneut um ein Mandat in einer Kommission bemühen und einarbeiten müssen. «Dies verpflichtet zu einem Verbleib im Rat von zwei bis drei Jahren», so Steiner. Doch sei ein gutes Jahrzehnt in der kantonalen Legislative eine gute Zeit, nach der es dann auch reiche. Zum anderen sei es auch notwendig, dass sich der Kantonsrat verjünge. «Mit Bärtschiger steht ein ambitionierter, versierter Nachfolger bereit.»