Dietikon/Aesch

Unterwegs am Herbstmarkt: «Stammkunden sind wie Besuch von Bekannten»

Ob Teigwaren von hofeigenen Eiern, Mini-Kiwi-Schnaps oder Tomaten, die so schmecken wie zu Grossmutters Zeiten – die Herbstmärkte in Dietikon und Aesch bieten neben Kulinarischem auch Kinderkleider, Elektrovelos oder chinesische Medizin.

Ly Vuong
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Yannick Rey, 15, Birmenstorf «Ich bin im letzten Schuljahr. An Samstagen und in den Ferien arbeite ich im Elektrovelo-Laden meines Vaters. Unseren Laden ‹emotion E-Bike Welt Dietikon› gibt es seit vier Jahren, seitdem sind wir auch am Dietiker Herbstmarkt vertreten. Der Markt ist für uns eine gute Gelegenheit, uns zu zeigen. Besucher des Markts sind manchmal etwas schockiert über die hohen Preise unserer E-Bikes, die zwischen 3000 und 10’000 Franken kosten. Am Markt haben wir heute vor allem auch Modelle aus den Jahren 2016 und 2017, die wir vergünstigt anbieten.»
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Jenny Sun, 39, Dietikon «Ich habe traditionelle chinesische Medizin in China studiert. Vor zehn Jahren kam ich aus Peking nach Dietikon. Seit einem Jahr habe ich die Sun TCM Praxis in Dietikon. Mit der chinesischen Medizin heile ich vor allem Allergien, Augen-, Ohr- und Atemprobleme, aber auch Hautkrankheiten, Schmerzen und Stoffwechselschwierigkeiten. Menschen, die unter Sucht, Stress oder Schlafstörungen leiden, finden ebenfalls Hilfe bei mir. Meine Methoden sind Akupunktur, Tuina-Massage, Schröpfen und Kräuter. Am Herbstmarkt schätze ich die gute Stimmung.»
Silvia Schaaf, 50, Dietikon «Ich bin ein Tomatenfan und habe zwei Hobbygärten. Alles fing 2002 an, als ich eine Tomatensorte bei ‹Pro Specie rara› gekauft habe. Mittlerweile habe ich Saatgut von über 350 Tomatensorten. Online gibt es Plattformen, wo man Sorten tauschen kann. Meine Tomaten, die sehr aromatisch, süss und frisch munden, pflücke ich jeweils einen Tag vor Verkauf. Einige Sorten schmecken genau so wie zu Grossmutters Zeiten. Ich habe auch Sorten, die noch so sind, wie zu Zeiten der Indios. Seit fünf Jahren bin ich am Dietiker Herbstmarkt und am Samstagmorgen beim Frischmarkt vertreten.»
Monika Stalder, 52, Aesch «Unser Stalderhof bietet dieses Mal am Herbstmärt Teigwaren mit hofeigenen Eiern, Wurst unserer Natura-Beef-Rinder, rund 20 Sorten Kürbisse, aber auch Konfitüre und Schnaps von unserem Obst wie etwa Quitten, Pflaumen, Träsch- oder Gravensteiner-Apfel. Unseren Stand gibt es nur am Aescher Märt. Ich bin hier aufgewachsen, ich kenne rund 80 Prozent der Aescher mit Namen. Am Märt erfahre ich, wie es den anderen so geht. Ich brauche keine Verkaufsstrategie, nur qualitativ gute Produkte und Freundlichkeit. Das Persönliche am Märt gefällt mir ausserordentlich.»
Tajiki Ali, 58, Dietikon «Ich verkaufe iranische Spezialitäten wie etwa saftige Pistazien, aromareichen Safran, getrocknete Feigen, Mango, Maulbeeren, Berberitzen oder gebrannte Mandeln mit Sesam, Zimt, Safran und Rosenwasser. Die Berberitzen sind bereits ausverkauft. Man kann sie gut mit Poulet und Reis oder im Müesli essen. Sie enthalten viel Vitamin C. Getrocknete Maulbeeren passen sehr gut zu Tee oder Kaffee. Vor 20 Jahren kam ich aus dem Iran nach Dietikon. Seit 2012 bin ich am Herbstmarkt vertreten. Wenn die Stammkunden kommen, ist das wie Besuch von Bekannten. Das gefällt mir.»
Salome Bauman, 37, Schlieren «Unsere Brauerei ‹The Dark Wolf Brewery› gibt es seit 2016 in Dietikon. Wir brauen vor allem nach belgischen, amerikanischen und englischen Rezepten und nicht preis-, sondern geschmacksoptimiert, das heisst wir benutzen viel mehr frische Zutaten, was das Bier geschmackvoller macht. Wir wollen Fuss fassen im Limmattal. Viele kennen uns noch nicht und sind dann positiv überrascht. Unserer Biere haben alle eine Geschichte und sind nach Hardrock- und Metal-Liedern benannt. Das ‹Infinite Dreams› Bier geht zurück auf unseren Traum von einer eigenen Brauerei.»
Annemarie Steiner, 71, Aesch «Ich bin Hobbyschneiderin. Meine Kinderkleider gibt es nur am Aescher Märt zu kaufen. Hier bin ich schon seit über 30 Jahren dabei. Am liebsten verkaufe ich Stücke für Neugeborene, weil sie meist aus weichem Stoff sind und ich diese am liebsten nähe. Bei mir kaufen vor allem Grossmütter Geschenke für Enkel ein. Meine Waren sind meist Einzelstücke. Die längsten Ladenhüter sind zwei Jahre alt, nicht weil sie nicht gefallen, sondern, weil sie gerade nicht passen. Die meisten Kunden kenne ich. Besonders beliebt sind meine Änischräbeli am Weihnachtsmärt.»
Wiedersehen mit Begruessung am Aescher Herbstmaert
Feines frisches Brot am Dietiker Herbstmarkt
Mit ueber 80 Staenden bietet der Dietiker Herbstmarkt vieles was das Herz begehrt
Die Mezzo Singers am Dietiker Herbstmaert singen bekannte Hits
Der Frauenverein ist dieses Mal mit einem Kuchenstand am Aescher Herbstmaert vertreten
Das Wetter beschenkte den Aescher Herbstmaert sagt Peter Siklossy von der Marktkommission
Auc der Claro-Laden ist vertreten am Dietiker Herbstmaert
Bunte Tomaten die so schmecken wie zu Grossmutters Zeiten

Yannick Rey, 15, Birmenstorf «Ich bin im letzten Schuljahr. An Samstagen und in den Ferien arbeite ich im Elektrovelo-Laden meines Vaters. Unseren Laden ‹emotion E-Bike Welt Dietikon› gibt es seit vier Jahren, seitdem sind wir auch am Dietiker Herbstmarkt vertreten. Der Markt ist für uns eine gute Gelegenheit, uns zu zeigen. Besucher des Markts sind manchmal etwas schockiert über die hohen Preise unserer E-Bikes, die zwischen 3000 und 10’000 Franken kosten. Am Markt haben wir heute vor allem auch Modelle aus den Jahren 2016 und 2017, die wir vergünstigt anbieten.»

Ly Vuong

Drei Mal im Jahr verwandelt sich der Brunnenhof in Aesch zum Marktplatz. Am vergangenen Samstag war es wieder soweit: Am Aescher Herbstmärt boten Bauernfamilien, eine Hobbyschneiderin und professionelle Marktfahrer ihre Waren feil. Mit sieben Ständen präsentierte der Märt sich dieses Mal klein und familiär. Hier konnte man frische Zöpfe, hofeigenes Rindfleisch, Teigwaren mit hofeigenen Eiern, Mini-Kiwi-Schnaps, frisches Obst und Gemüse, aber auch Kinderkleider nach Wunsch finden.

Stammkunden wurden mit Namen begrüsst, und man nahm sich Zeit für einen kurzen Schwatz übers persönliche Wohlbefinden. «Am Aescher Herbstmärt treffen sich die neuen und alten Dorfbewohner, aber auch Freunde und Bekannte aus der Region – und das seit über 20 Jahren», sagte Peter Siklossy von der Marktkommission. Er sei sehr zufrieden mit dem Märt: «Wir wurden vom Wetter beschenkt», so Siklossy angesichts der Septembersonne.

Über 80 Stände in Dietikon

Über den Dietiker Kirchplatz lag ebenfalls ein Zauber – und mit über 80 Marktständen fanden die Besucher am Dietiker Herbstmarkt so gut wie alles, was das Herz begeht. Ob bunte Tomaten, die noch so schmecken wie zu Grossmutters Zeiten, iranische Spezialitäten, Limmattaler Bier, Elektrovelos oder traditionelle chinesische Medizin – das Angebot war breit und durchmischt.

Vereine konnten sich präsentieren, und im Festzelt gab es Musik verschiedener Dietiker Musiker. Das Programm auf der Bühne und die Stände würden bei jedem Markt variieren, sagte Sabine Billeter von der Vereinigung Zentrum Dietikon. Und weiter: «Unser Ziel ist es, den Menschen in und um Dietikon einen schönen Moment im Tag zu schenken.»
Die Vereinigung Zentrum Dietikon setzt sich seit über 15 Jahren für die Standortförderung in Dietikon ein und organisiert jeweils den Frühlings- und Herbstmarkt.