Fahrweid

Von Wodkadeckeln bis Zahnpastatuben

Die neu angesiedelte Firma Madag stellt Maschinen für die Prägung von Verpackungen her. Für den Firmenchef Urban Eberle ist der neue Standort ein Glücksfall. Er hat lange gesucht, bis er ihn gefunden hat.

Sandro Zimmerli
Drucken
Teilen
Finanzchef Urban Eberle präsentiert eine Heissprägemaschine, die 200 Flaschendeckel pro Minute bedruckt.

Finanzchef Urban Eberle präsentiert eine Heissprägemaschine, die 200 Flaschendeckel pro Minute bedruckt.

Limmattaler Zeitung

«Wenn Sie am Morgen im Badezimmer stehen und die Zähne putzen, dann ist die Chance sehr gross, dass eine unserer Maschinen, die Zahnpastatube bedruckt hat», sagt Urban Eberle, Finanzchef und Grossaktionär der Madag Printing Systems AG. Seit dem 1.September ist die Firma, die sich auf den Bau und den Verkauf von so genannten Heissprägemaschinen für die Verpackungsindustrie spezialisiert hat, in der Fahrweid ansässig. Vergangene Woche war offizielle Eröffnung des neuen Firmengebäudes, das in unmittelbarer Nähe steht und zwischen Oktober 2009 und September 2010 entstanden ist. Es befindet sich damit in jenem Gebiet, für das die Gemeinde Weiningen ursprünglich eine Mischnutzung von Gewerbe und Wohnungen vorgesehen hatte (siehe Kontext).

Für Eberle ist der neue Standort ein Glücksfall. «Wir haben überall im Limmattal und im Säuliamt nach einem geeigneten Platz gesucht, weil in diesem Gebiet die Verkehrsanbindung optimal ist», erklärt er. Zudem befinde sich das neue Gebäude ganz in der Nähe des alten Standortes im Dietiker Industriegebiet Silbern. Für die Mitarbeiter würde sich kaum etwas am Arbeitsweg ändern.

Platz in Dietikon wurde zu eng

Gegründet wurde die damalige Madag 1965. Sie stellte unter anderem Strickmaschinen her. Mit der Zeit spezialisierte man sich aber vermehrt auf Heissprägemaschinen. Nachdem die Firma nach Amerika verkauft worden war, kauften ehemalige Madag-Mitarbeiter das Heissprägegeschäft 2003 in einem so genannten Management-Buy-out aus der amerikanischen Firma heraus. Die Madag Printing Systems AG wurde gegründet und bezog an der Lerzenstrasse das alte Gebäude der vormaligen Madag.

Dort wurde es allerdings schon bald zu eng. «Wir haben mit 10Mitarbeitern und einem Umsatz von 4Millionen Franken begonnen. Mittlerweile beschäftigen wir 25Mitarbeiter und machen einen Umsatz von 25Millionen Franken pro Jahr», so Eberle. Die Tendenz sei steigend. Deshalb habe man den Standort wechseln müssen.

Zu verdanken sei dies unter anderem der hohen Nachfrage der Maschinen in Russland und im arabischen Raum. So würden in Russland viele Geräte bei der Prägung von Flaschenverschlüssen für Wodka zum Einsatz kommen.

Ökologische Gesichtspunkte

«Das neue Gebäude bietet 5000 Quadratmeter Nutzfläche und ist für einen Bestand von 50Mitarbeitern ausgerichtet», erklärt Eberle. Das seien rund 400Quadratmeter mehr, als am alten Standort zur Verfügung standen. Kernstück sind die beiden Montagehallen. Zudem befindet sich eine Einstellhalle für 34Fahrzeuge im Gebäude.

Neben einer möglichst optimal Ausnützung des Raumes, habe man, so Eberle, ein besonderes Augenmerk auf ökologische Gesichtspunkte gelegt. «Das Gebäude verfügt unter anderem über eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung», erklärt er.