Wein

Wegen des starken Hagels gab es nur 650 Flaschen Wy

Der neue Kreisgemeinde Wy mundet – Wegen des starken Hagels gibt es aber nur rund 650 Flaschen. Im Pferdefuhrwerk haben Gemeindevertreter den diesjährigen Wy traditionell im Seniorenzentrum abgeliefert.

Christoph Merki
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Trotz einer immer moderneren Welt, werden im Limmattal Traditionen noch gross geschrieben. Sogar die obersten Gemeindevertreter nehmen sich Zeit und lassen die Hektik des Alltags hinter sich, rollen gemütlich im Pferdefuhrwerk durch die idyllische Landschaft. Peter Trombik, Gemeindepräsident von Unterengstringen, hat seine Amtskollegen aus Weiningen, Geroldswil und Oetwil nicht nur zu einem Spazierfährtchen eingeladen, es gilt eine Mission zu erfüllen.

Nach langer und fachmännischer Reifung unter der Aufsicht von Kelterer Peter Vogler ist der Kreisgemeinde-Wy aus dem Jahre 2011 nun zur ersten offiziellen Degustation bereit. Es sind aber auch noch ein paar Flaschen aus dem Vorjahr übrig, sodass auf der gemütliche Wagenfahrt durch die Weininger Rebberge, angetrieben mit zwei Pferdestärken, niemand auf dem Trockenen sitzen muss. Sofort wird klar, dass sich hier nicht etwa nur Leute aufgrund ihrer Ämter an der diesjährigen Wy-Teilete treffen, vielmehr herrscht eine kameradschaftliche Ambiance. Parteizugehörigkeit und politische Meinungsverschiedenheiten sind kein Thema. Viel wichtiger die Frage, ob zum 20-Jahr-Jubiläum der Wy-Teilete eine neue Etikette gestaltet werde sollte.

Das Debattieren können René Rey, Paul Studer, Ursula Hofstetter, Rolf Bärenbold und Jürg Engeli auf dem Wagen von Paul Leuzinger doch nicht ganz lassen. Gegenstand der Diskussion ist das Wort Wein, welches sodann auf der neuen Etikette doch nach Zürcher Mundartregel richtig geschrieben werden sollte.

Logistische Hilfe bekommen die Vertreter der vier Gemeinden von den Werkleuten, welche die jeweils 139 Flaschen des neuen Kreisgemeinde-Wy in die Gemeindelager chauffieren. Ein ganz spezieller Tag sei die Wy-Teilete für sie, verrät der Unterengstringer Werkarbeiter Charles Egli. «Eine solche Zusammenkunft von Gemeindepräsidenten und Werkarbeitern gibt es nur selten», sagt Egli. Er und seine Kollegen Mikel Pavelka, Philippe Kunz, Jörg Haug und Samuel Christen geniessen ebenfalls den frischen Rebensaft.

«Die Farbe ist gut herausgekommen, es wurde ein fein zarter in der Nase neutraler, aber im Gaumen kräftiger und breiter Wein», so die positive Bilanz von Kelterer Peter Vogler. Aufgrund des Hagels hätten dieses Jahr nur 657 Flaschen abgefüllt werden können, sagt er weiter.

Traditionsgemäss gehen jedoch auch dieses Jahr 100 Flaschen an das Seniorenzentrum Im Morgen – für spezielle Anlässe. «Es ist ein Zeichen der Verbundenheit der Gemeinden mit den Bewohnern des Zentrums», freut sich Arthur Etter, Präsident des Zweckverbandes zusammen mit Zentrumsleiter René Brüggemann über die Geste.

Sogar von einem Teambildungsanlass spricht Peter Trombik beim abschliessenden Abendessen im Schützenhaus: «Wir haben ein gutes Verhältnis untereinander und ziehen alle am gleichen Strick.» Die klingenden Gläser festigen wohl diese gemeindeübergreifende Freundschaft.