Urdorf

Wenn Engel und Teufel Lügen zählen

Die Laienschauspieler der Spielbühne zeigen ein Lustspiel mit witzigen Dialogen und überraschenden Bühneneffekten. Wir waren an der Premiere am Samstag dabei.

Ly Vuong
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Die Spielbühne Urdorf feierte am Samstag im Embrisaal die Premiere ihres Lustspiels «Himmlisch – höllisch – mänschlich». Das Stück ist eine Adaption von R. W. Langers «Lüüge, Tod und Tüüfel». Das Lustspiel unterhält mit viel Situationskomik, witzigen Dialogen und überraschenden Bühneneffekten.

Rund 50 Mal hat das Ensemble geprobt. «Man muss eine Rolle leben und nicht nur spielen», sagte Walter Riedle, Laienschauspieler und Präsident der Spielbühne Urdorf. Genau das konnte Regisseurin Katrin Vogelbach während der Proben beobachten. Sie habe es schön gefunden, zu sehen, wie die einzelnen Schauspieler im Laufe der Zeit immer mehr in ihre Rolle wuchsen.

Das diesjährige Theaterstück ist für neun Schauspieler konzipiert und hat 1193 Einsätze. Der pensionierte Informatiker Riedle hat jeden einzelnen Einsatz in einem Probenplan aufgelistet. Er spielt die Hauptrolle des Max Fischers. Sein Text enthält 292 Passagen, was rund 25 Prozent der Gesamteinsätze ausmacht.

Die Situation im Wohnzimmer scheint dem Ehepaar Fischer aus dem Ruder zu laufen.
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Wird alles wieder gut zwischen den Fischers?
Frau Fischer und ihr Geliebter glauben unter sich zu sein da die Kammerjägerin Kopfhörer an hat.
Max Fischer (Walter Riedle) gerät in Stress als seine Geliebte Bianca (Svenja Meier) auftaucht.
Auch Monika Fischer (Uschi Armbruster) gerät in Stress als ihr Geliebter (Beat Riedle) plötzlich auftaucht.
Max Fischer redet sich um Kopf und Kragen bei seiner jungen Geliebten.
Mitten in der Stube des Ehepaars Fischer beginnen Engel Gabriel und der Teufel Statistik über dessen Lügen zu führen.
Monika Fischer sagt zur Geliebten ihres Mannes sie finde sie sympathisch was vom Teufel als Lüge gezählt wird.
Engel Gabriel erklärt dem Teufel dass er sich dem Trend der HFP Himmlischen Frauenpartei angepasst habe und sich in der Erscheinung einer Frau gibt.
Der Job des Sensemanns ist kein einfacher und die Rolle des schusligen Todes erntet viele Lacher.
Das Ensemble der Spielbühne Urdorf geniesst den Applaus.

Die Situation im Wohnzimmer scheint dem Ehepaar Fischer aus dem Ruder zu laufen.

Aus dem Leben gegriffen

Statistik spielt auch im aufgeführten Theaterstück eine wichtige Rolle: Wer lügt wohl mehr, Mann oder Frau? Darüber streiten sich Engel Gabriel (Sabrina Haller) und der Teufel Luzifer (Thomas Senn). Auf die Frage kommen die beiden Figuren, weil Gabriel im Körper einer Engelsfrau steckt. Er will damit der aufstrebenden himmlischen Frauenpartei entsprechen, die mehr weibliche Führungskräfte fordert.

Gabriel und Luzifer schliessen also eine Wette ab und zählen die Lügen des Ehepaars Max und Monika Fischer (Uschi Armbruster) an einem Tag. Sowohl Max als auch Monika haben eine Affäre. Am besagten Tag erwarten sie ihren Sohn Mäx (Benjamin Hof), der ihnen seine Verlobte vorstellen möchte. Unverhofft tauchen Max’ Geliebte und Monikas Geliebter auf.

Als wäre das Chaos nicht schon komplett, müssen sich Fischers noch mit einem Mäuseproblem herumschlagen. Verwechslungen und Sprachspiele sind vorprogrammiert. Auch die Nebenrollen der resoluten Kammerjägerin (Alexandra Weber) und des trotteligen Todes (Beat Müller) sorgten bei den rund 200 Zuschauern für Lacher.

«Die Bühnenpräsenz und schauspielerische Leistung von Engel und Teufel als mehr oder weniger stumme Beobachter und Registratoren von Lügen ist neben dem Hauptgeschehen auch sehr bemerkenswert», sagte Zuschauer Hans Gurtner. «Die positive Art der Ehefrau Monika Fischer hat mich an meine Nachbarin erinnert», verriet Antje Hörlimann aus Gattikon.

Etwas nachdenklich stimmten die Motive der Geliebten, sagte Zuschauerin Anna Järmann. Im Publikum war auch Sandra Rottensteiner, Patin der Spielbühne und Urdorfer Gemeindepräsidentin. Sie sei einmal mehr sehr stolz auf die grossartige Leistung des Ensembles.

Weitere Spieldaten: 24., 25., 31. März, 1., 7., 8., 9., 19., 21., 22., 28., 29. April.