Zürich

Rekurs-Rückzug: Der Erlebnisgarten der ZKB kommt Ende Mai

Mit einem Jahr Verspätung kann im Frühling das 45-tägige Jubiläumsprogramm der Kantonalbank auf der Zürcher Landiwiese nun doch stattfinden. Rund 300 Kulturschaffende erhalten dadurch Arbeit. Allerdings wird das Programm je nach Corona-Situation noch angepasst.

Matthias Scharrer
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Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist 150 Jahre alt, das Jubiläumsjahr neigt sich dem Ende zu – und im kommenden Frühling kann die Bank das Jubiläumsprojekt Erlebnisgarten auf der Landiwiese nun doch noch durchziehen. Zunächst war die Corona-Pandemie dazwischen gekommen. Da war ein Grossteil des Erlebnisgartens am Seeufer in Zürich-Enge bereits erstellt.

Der Erlebnisgarten der ZKB kann nun doch gebaut werden.
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Zu finden ist er auf der Landiwiese.
Die Eröffnung wird im Mai 2021 stattfinden.
Eigentlich wäre gedacht gewesen, dass der Garten schon im Jahr dieses Jahres eröffnet wird.
Ein Rechtsstreit und die Corona-Pandemie machten diesen Plänen aber einen Strich durch die Rechnung.
Da der Rekurs nun zurückgezogen wurde, können die Bauarbeiten fortgesetzt werden.
Diese wurden im Februar unterbrochen.
Anlass des Projekts ist das 150-jährige Bestehen der ZKB.
Für das Projekt sollen unter anderem ein Aussichtsturm, Pavillons, Spielplätze und ein Hochgarten errichtet werden.

Der Erlebnisgarten der ZKB kann nun doch gebaut werden.

zvg

Dann folgte ein Rekurs mit aufschiebender Wirkung: Das Baurekursgericht des Kantons Zürich entschied am 22. Oktober, dass vorerst keine weiteren Bauarbeiten am Erlebnisgarten stattfinden durften.

Nun ist der Rekurs zurückgezogen, wie die ZKB in einer Medienmitteilung schreibt. «Der Entscheid bedeutet eine grosse Erleichterung für rund 300 Kulturschaffende, alle übrigen Partner wie Gastronomen, Zulieferer, Handwerksbetriebe und Technikerfirmen», lässt sich Co-Projektleiter Dominique Friedli in der Mitteilung zitieren.

Der Rekurrent, der nicht namentlich genannt sein will, erklärt auf Anfrage, es habe einen konstruktiven Dialog mit der ZKB gegeben. Insbesondere habe er das Engagement der rund 300 Kulturschaffenden nicht blockieren wollen. Inhaltlich halte er aber an seinen Vorbehalten gegenüber dem Erlebnisgarten fest: «Der öffentliche Grünraum am Seeufer wird zeitlich und räumlich zu stark beansprucht.»

Etwas anders klingt es bei der ZKB: «Wir standen mit dem Rekurrenten bereits seit längerer Zeit im Dialog und konnten nun die gegenseitigen Standpunkte und Anliegen klären», sagte ein ZKB-Sprecher.

Landiwiese während 19 Monaten besetzt

Der Anwohner hatte vor allem kritisiert, dass ein grosser Teil der Landiwiese durch den Erlebnisgarten so lange besetzt bliebe. Mit den geplanten Feierlichkeiten im kommenden Frühling und dem Weitergebrauch der Bauten im Rahmen des Theaterspektakels 2021 wären es 19 Monate.

Laut ZKB-Mitteilung werden die Bauarbeiten am Erlebnisgartens voraussichtlich im Februar wieder aufgenommen. Ab 28. Mai sollen dort während 45 Tagen täglich Veranstaltungen von 10 bis 22 Uhr stattfinden, so der ZKB-Sprecher.

Hängende Gärten und ein Kulturpavillon

Geplant sind eine Parklandschaft, ein Kulturpavillon, hängende Gärten und spielerische Einrichtungen sowie eine digitale Ausstellung zur Geschichte der ZKB. Der Eintritt ist frei. Je nach Corona-Situation wird das Programm noch angepasst.

Ein weiteres ZKB-Jubiläumsprojekt ist in der Schwebe: die geplante Seilbahn über den Zürichsee. Das Baurekursgericht hatte den dafür nötigen Gestaltungsplan aufgehoben; die ZKB zog den Fall weiter ans Verwaltungsgericht, wie sie anfangs Jahr mitteilte. Laut Mediensprecher erwartet sie nun einen Gerichtsentscheid Ende 2020 oder anfangs 2021.

Die Seilbahn mit 18 verglasten Gondeln für jeweils bis zu 24 Personen würde an zwei rund 80 Meter hohen Masten vom Mythenquai über den Zürichsee zum Zürichhorn führen. Dagegen hatten der Verkehrsclub der Schweiz, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Privatpersonen Einsprachen erhoben. Das Seilbahnprojekt soll gemäss ZKB-Plänen dereinst während fünf Jahren in Betrieb sein und sich über Eintrittsgelder selbst finanzieren.