Aesch

Sprung ins kalte Wasser wurde mit Gästen belohnt: Das «Rössli» ist überwältigt

Trotz Corona eröffnete das Restaurant Rössli im Juni. Pächter Artan Berisha ist positiv vom offenen Empfang im Dorf überrascht.

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Die Liegenschaft Rössli ist Teil des historischen Aescher Dorfkerns.

Die Liegenschaft Rössli ist Teil des historischen Aescher Dorfkerns.

Sandra Ardizzone

Knapp drei Monate nach Eröffnung des Restaurants Rössli in Aesch zeigt sich Artan Berisha, einer der beiden Pächter des Lokals, überwältigt: «Wir hätten nie gedacht, dass wir von den Aescherinnen und Aeschern so gut aufgenommen werden. Sie waren uns gegenüber unglaublich offen.» Zwischen 30 und 50 Gäste würden pro Abend empfangen, sagt Berisha. «Mit 60 Gästen sind wir dann schon eher überfordert.» Nachdem die Gaststube vor rund zwölf Jahren ihre Türen schloss und das Gebäude saniert werden musste, wird nun erstmals wieder im «Rössli» gewirtschaftet (die «Limmattaler Zeitung» berichtete).

Einige anfängliche Kinderkrankheiten habe man nun langsam überwunden, sagt Berisha, der auch Inhaber des argentinischen Restaurants Gaucho im Zürcher Kreis 4 ist. Es habe eine gewisse Zeit gebraucht, bis die Abläufe standardisiert und das Team aufeinander eingestimmt gewesen seien. Doch nun sei man auf einem guten Weg. Umsätze mache das «Rössli» bereits, aber noch nicht grosse. «Reich werden wir davon nicht», sagt Berisha.

«Wir waren wegen des Coronavirus sehr skeptisch, ob es eine gute Idee ist, im Juni zu eröffnen. Schliesslich entschieden wir uns aber, die Terrasse zu nutzen, jetzt, wo wir noch können. Eine Eröffnung im Winter wäre vermutlich weniger erfolgreich gewesen», sagt Berisha. Man haben den Sprung ins kalte Wasser gewagt und sei mit Gästen belohnt worden. Das Restaurant zähle mittlerweile sogar Stammgäste. Die meisten kämen aus Aesch und Arni, doch auch zahlreiche Zürcher, die das «Gaucho» kennen, ziehe es nach Aesch, sagt der Pächter.

Neben gutbürgerlichem Essen gibt es auch argentinisches Fleisch

Berisha sieht kein Problem darin, dass die Gäste seit dem 27. August ihre Kontaktdaten im Restaurant angeben müssen: «Die Regel gilt ja nicht nur im ‹Rössli›. Zudem sitzen wir alle im gleichen Boot in der Coronakrise und sind mittlerweile sensibilisiert und nicht mehr so leicht abzuschrecken.» Er befürchte eher, dass sich bei einem weiteren Anstieg der Fallzahlen weniger Gäste ins Restaurant trauen oder die Massnahmen wieder strikter werden würden.

Mit einem breiten Angebot, bestehend aus mediterranen Kreationen, argentinischen Fleischgerichten und gutbürgerlichen Speisen, wollen Berisha und sein Mitpächter Naim Jaha abdecken, was sie persönlich gut finden: «Wir setzen auf hausgemachte Pasta, einfache Zutaten und Fleisch aus dem «Gaucho», das auf dem Holzkohlengrill zubereitet wird. So bieten wir für jedermann etwas», sagt Berisha. Zubereitet werden die Gerichte von drei Köchen, die neben drei Serviceangestellten im Lokal arbeiten.

Zum «Landhus» herrsche kein Konkurrenzverhältnis

Das «Rössli» ist neben dem «Landhus» das zweite Restaurant in Aesch. Doch von Konkurrenz könne nicht die Rede sein, sagt Berisha. Vielmehr sehe er sein Lokal als Ergänzung zum «Landhus» an, da sie ein anderes Angebot hätten. So werde für Abwechslung in Aesch gesorgt. «Zwei Restaurants machen Aesch attraktiv. Dadurch gewinnen beide Wirtschaften an Gästen», sagt Berisha. Jaha und er seien bereits im «Landhus» Essen gegangen, ebenso sei dessen Besitzerin schon im «Rössli» gewesen.

Berishas Wunsch für die Zukunft in Bezug auf die Coronakrise ist, dass Gäste und Angestellte zusammen zur Normalität finden, aufatmen und darauf anstossen können. «Die Pandemie lässt uns nicht los. Wir wollen aber unseren Erfolg nicht von Corona beeinflussen lassen. Es liegt allein an uns, ob wir es als Restaurant schaffen oder nicht.» Berisha hofft, das «Rössli» so authentisch formen zu können wie das «Gaucho». «Ich will, dass es für immer erfolgreich bleibt. Es soll ein Ort der Ruhe werden, wo ich nicht nur gerne arbeite, sondern auch einfach so gerne Zeit verbringe.» Bis sich das Restaurant geschäftlich stabilisiert habe, dauere es aber noch ein paar Jahre, sagt er. «In der Gastrobranche befindet sich ein neues Unternehmen die ersten zwei bis drei Jahre im Aufbau und erst etwa ab dem fünften Jahr gelangt man auf die Autobahn und kann losfahren.»