Winterthur

An’Nur-Moschee lehnt sich gegen den Rauswurf auf

Die An’Nur-Moschee könnte trotz auslaufendem Mietvertrag weiterhin in Hegi bleiben. Der Verein hat bereits rechtliche Schritte eingeleitet.

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Der Mietvertrag der An’NurMoschee in Hegi läuft Ende Jahr aus. Der Moscheeverein findet laut einem Mitglied keine neue Bleibe und will deshalb vor der Schlichtungsbehörde einen Härtefall geltend machen (Archiv).

Der Mietvertrag der An’NurMoschee in Hegi läuft Ende Jahr aus. Der Moscheeverein findet laut einem Mitglied keine neue Bleibe und will deshalb vor der Schlichtungsbehörde einen Härtefall geltend machen (Archiv).

KEYSTONE/WALTER BIERI

Die Verantwortlichen der An’Nur-Moschee gehen juristisch gegen den faktischen Rauswurf aus der Liegenschaft in Hegi vor. Die Vermieterin, eine Immobilienfirma, wollte den Mietvertrag mit der umstrittenen Moschee nicht verlängern. Das Gebetshaus müsste deshalb Ende Jahr seine Türen in Hegi schliessen. Der Moscheeverein hat nun laut mehreren Quellen bei der Schlichtungsbehörde ein Begehren um Erstreckung des Mietverhältnisses eingereicht.

Verhandlung soll erst im nächsten Jahr stattfinden

Die Schlichtungsbehörde hat laut einem Mitglied des Moscheevereins beide Parteien zu einer Verhandlung vorgeladen, die aber erst Anfang Januar stattfinden soll. Nach Auskunft der Schlichtungsbehörde profitiert die Moschee somit von der sogenannten «kalten Erstreckung»: Das Mietverhältnis läuft so lange weiter, wie die Verhandlung andauert.

Moschee hofft auf ein zusätzliches Jahr

Die Moschee wird gemäss dem Vereinsmitglied vor der Schlichtungsbehörde einen Härtefall geltend machen. «Wir haben überall nach einem neuen Lokal gesucht. Aufgrund der negativen Schlagzeilen über unsere Moschee haben wir aber momentan keine Chance.» Man erhoffe sich eine Mietverlängerung um mindestens ein Jahr. Bis dahin werde der Medienrummel um die An’Nur-Moschee hoffentlich abgenommen haben.

Die Chancen für eine Erstreckung des Mietverhältnisses seien gut, sagte Jurist und Mietrechtsfachmann Ruedi Spöndlin vom Mieterverband nach Bekanntwerden der Kündigung. Allerdings könne der Vermieter desgleichen auf den Plan treten und argumentieren, dass ihm gerade wegen des schlechten Rufes der Moschee eine Verlängerung des Mietverhältnisses nicht zuzumuten sei. Falls vor der Schlichtungsbehörde keine Einigung zustande kommen sollte, könnte der Moscheeverein mit seinem Anliegen beim Mietgericht vorstellig werden. (Der Landbote)