Luftfahrt
Die Solar Impulse ist nach ihrer Weltumrundung zurück in Dübendorf

Das Solarflugzeug Solar Impulse 2 ist wieder auf dem Militärflugplatz Dübendorf angekommen. Zerlegt in Kisten ist es am Dienstag in einer Boeing 747 aus Abu Dabi in die Schweiz gebracht worden.

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Auf dem Bild ist die Solar Impulse 2 während ihrer Weltumrundung zu sehen. Am Dienstag ist der Solarflieger in Kisten zerlegt in Dübendorf eingetroffen. (Archivbild)

Auf dem Bild ist die Solar Impulse 2 während ihrer Weltumrundung zu sehen. Am Dienstag ist der Solarflieger in Kisten zerlegt in Dübendorf eingetroffen. (Archivbild)

KEYSTONE/EPA GLOBAL NEWSROOM/SOLAR IMPULS/JEAN REVILLARD/ SI2

Die Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg beobachteten vom Boden aus, wie die Frachtmaschine ihr Flugzeug, mit dem sie nur mit Solaranergie die Welt umrundet hatten, nach Dübendorf brachte. Mit ihnen erlebten Dutzende Aviatikfans den speziellen Moment.

Vor Medien und Schaulustigen erklärten Piccard und Borschberg, wie besonders es sei, die Solar Impulse 2 wieder in Dübendorf zu sehen. "13 Jahre lang haben wir nur für die Solar Impulse gelebt", sagte Piccard in einer kurzen Rede. "Sie war unser Baby, unser Haus, unser Freund und unser Werkzeug für zwei Jahre", fügte er an. Das Abenteuer sei zu Ende, aber das Projekt lebe weiter.

Bertrand Piccard stellte 2003 in einer Pressekonferenz sein Projekt "Solar Impulse" vor. Das Ziel war damals, die Weltumrundung im Jahr 2007 zu starten.
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2006 holte Piccard Unternehmer und Swatch-CEO Nick Hayek ins Boot.
2010: Nach sechs Jahren Bauzeit absolvierte der Solar Impulse HB-SIA Prototyp den ersten Testflug.
Am 9. März 2015 - acht Jahre später als zuerst geplant - hob das Solarflugzeug mit den beiden Piloten Andre Borschberg und Bertrand Piccard in Abu Dhabi zur Weltumrundung ab.
Einen Tag später erreichte das Solarflugzeug sein erstes Etappenziel: Muscat, die Hauptstadt des Omans.
2. Stopp: Ahmedabad in Indien.
3. Stopp: Varanasi in Indien.
4. Stopp: Myanmar.
5. Stopp: Chongqing in China.
Statt in Nanjing musste das Solarflugzeug in der japanischen Stadt Nagoya landen. Aufgrund schlechten Wetters konnte das Flugzeug nicht mehr abheben. Erst am 29. Juni ging es weiter nach Hawaii.
7. Stopp: Hawaii
8. Stopp: Im April 2016 - neun Monate nach der Landung auf Hawaii - erreichte das Solarflugzeug die amerikanische Metropole San Francisco.
9. Stopp: Phoenix
10. Stopp: Tulsa
11. Stopp: Dayton in Ohio.
12. Stopp: Lehigh Valley
13. Stopp: New York
14. Stopp: Sevilla in Spanien.
15. Stopp: Kairo in Ägypten.
Am 26. Juli 2016 landete das Solarflugzeug in Abu Dhabi. Gesamthaft waren die Piloten 21 Tage lang unterwegs.

Bertrand Piccard stellte 2003 in einer Pressekonferenz sein Projekt "Solar Impulse" vor. Das Ziel war damals, die Weltumrundung im Jahr 2007 zu starten.

Keystone

Maschine bleibt in Dübendorf

André Borschberg sagte, man wolle das Flugzeug eigentlich im Flugbetrieb halten, obwohl der Aufwand für einen Flug sehr gross sei. Von den 2000 Flugstunden, auf welche die Maschine ausgelegt ist, bleiben noch 1300 übrig. Borschberg sagte auch, dass man darüber nachdenke, sie einem Museum zu übergeben. Vorerst bleibt die Solar Impulse in Dübendorf.

Piccard erklärte, die Solar Impulse 2 sei ein wichtiger Beweis dafür, dass man ohne Brennstoffe auskommen könne. Im Rahmen des Projektes sollen nun die Elektromotoren weiterentwickelt werden und neue Entwicklungen stattfinden. Borschberg erwähnte ein Flugzeug mit Elektroantrieb oder solarbetriebene Drohnen, die in die Atmosphäre aufsteigen könnten.

CO2 schon kompensiert

Piccard wies ausserdem darauf hin, dass man bereits für das Kohlendioxid bezahlt habe, dass beim Transportflug von Abu Dabi nach Dübendorf anfiel: "Wir haben über myclimate Solarzellen für das Dach eines Schulhauses in Afrika gekauft."

Mit der Rückkehr der Solar Impulse nach Dübendorf schliesst sich ein Kreis: 2009 hob der Prototyp des Solarfliegers auf dem Militärflugplatz zum Erstflug ab. Dieser dauerte 30 Sekunden. Damit hatte das Projekt von Bertrand Piccard und André Borschberg mehr als konkrete Formen angenommen.

Zwangsferien auf Hawaii

Die Idee zu einem Flugzeug, das ohne Brennstoff die Welt umrunden kann, hatte Piccard zur Jahrtausendwende kurz nach seiner Erdumrundung in einem Heissluftballon. Mit der Solar Impulse sollten die Menschen sensibilisiert werden, wie notwendig Energiesparen und erneuerbare Energien sind.

2015 pilotierten André Piccard und André Borschberg im Wechsel das Elektroflugzeug in östlicher Richtung um den Globus. Auf Hawaii mussten sie einen längeren Reparaturaufenthalt einlegen, weil die Akkus auf dem längsten und gefährlichsten Teilstück zwischen Japan und Hawaii überhitzt und beschädigt worden waren.

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