Wahlen 2019

Die Wirtschaft steht hinter Noser

Im zweiten Wahlgang kann sich FDP-Ständerat Ruedi Noser auf Wirtschaftsverbände und bürgerliche Parteien stützen.

Thomas Schraner
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Noser hatte im 1. Wahlgang am 20. Oktober den zweiten Platz erreicht, aber das absolute Mehr verpasst.

Noser hatte im 1. Wahlgang am 20. Oktober den zweiten Platz erreicht, aber das absolute Mehr verpasst.

keystone-sda.ch

«Schön, dass ihr alle da seid.» So familiär begrüsste Ständerat Ruedi Noser (FDP) gestern seine sechs Fürsprecher und Mitstreiter zur Linken und zur Rechten: Es waren bürgerliche Politiker und Wirtschaftsvertreter - unter ihnen FDP-Nationalrätin Regine Sauter als einzige Frau. Sie waren gekommen, um zu zeigen, dass sie Noser im zweiten Wahlgang vom 17. November die Stange halten im Duell gegen die grüne Herausforderin Marionna Schlatter.
Das filmische Kurzporträt von Noser, das FDP-Parteipräsident Hans-Jakob Boesch eingangs abspielen liess, zeigte, wie der amtierende Ständerat in diesem Duell punkten will: Als Mann der Wirtschaft und Unternehmer mit 600 Angestellten, der selber Verantwortung tragen muss – «auch dann, wenn er einen Blödsinn macht», wie Noser im Porträt sagt. Er wolle sich weiterhin im Stöckli stark machen für einen zukunftsfähigen Kanton, für Arbeitsplätze, für die Abschaffung des Eigenmietwerts, für mehr Wettbewerb im Strommarkt und für eine starke Armee, sagte Noser.

Im Rücken hat er den kantonalen Hauseigentümerverband, den KMU- und Gewerbeverband, die Zürcher Handelskammer, den Bauernverband, den Bankenverband und andere mehr. Zudem sitzen in seinem Komitee mittlerweile fünf Regierungsmitglieder: neben Ernst Stocker (SVP) und Carmen Walker Späh (FDP) auch Natalie Rickli (SVP), Silvia Steiner (CVP) und Mario Fehr (SP). Ebenfalls hinter Noser stehen die CVP und die BDP. Die EVP und die GLP haben sich noch nicht entschieden.

Entspanntes Verhältnis zur SVP wird betont

Zum Zeitpunkt von Nosers Präsentation war auch noch nicht klar, ob die SVP-Delegierten eine Empfehlung für Noser aussprechen oder davon absehen. Sie hatten ihren Kandidaten Roger Köppel nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen – um Schlatter nicht zu begünstigen. Obwohl Köppel Noser im Wahlkampf als Pöstchenjäger und EU-Anbiederer beschimpft hatte, gab sich Noser Mühe, das aktuelle Verhältnis zur SVP als entspannt darzustellen. Er spreche zwar eine andere Sprache als gewisse SVP-Exponenten, habe ansonsten aber ein gutes Verhältnis zu seinen «Nachbarn». Die ganze Sache habe zuletzt mit Köppels Rückzug eine positive Wende genommen. Auf die Frage, was er SP-Wählern zu bieten habe, verwies er auf seine Rolle als Patron. Dank dieser kenne er die Anliegen der Angestellten bestens. Ihm seien etwa sichere Renten für Arbeitnehmer wichtig.

CVP-Nationalrat Philipp Kutter empfahl Noser als Ergänzung zum bereits gewählten SP-Ständerat Daniel Jositsch. Würde die grüne Kandidatin gewählt, würden die Verhältnisse im Kanton verzerrt gespiegelt. Zudem gefalle der CVP Nosers «vorsichtig positive Haltung» zum EU-Rahmenvertrag. FDP-Nationalrätin Regine Sauter, Direktorin der Handelskammer, sagte, es brauche Noser im Ständerat, weil er ein «Sensorium für den Wirtschafts- und Finanzplatz» habe und den Willen mitbringe, gute Rahmenbedingungen zu schaffen.
Hans Egloff, abtretender SVP-Nationalrat und Präsident des Hauseigentümerverbandes, lobte Nosers «liberalen Ansatz». «Er hat den Tatbeweis erbracht, dass er den Eigenmietwert abschaffen will», weshalb ihn die Hauseigentümer ins Herz geschlossen hätten. Für Thomas Hess, Geschäftsführer des kantonalen Gewerbeverbandes, ist Noser der ideale KMU-Vertreter. Einer, der klein angefangen und es zum erfolgreichen Unternehmer gebracht hat.