Slackline

Für diese 440 Meter brauchte er 45 Minuten – es ist ein Weltrekord

Üben Sie auch schon? Dann sollten Sie sich anstrengen. Der Zürcher Samuel Volery meldet, er habe den bestehenden Slackline-Weltrekord um 14 Meter übertroffen.

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Mit dem Sommer kommen sie wieder: Die Slackline-Bänder zwischen den Bäumen und die dazugehörigen Balanceure. Einer davon ist Samuel Volery aus Uster im Zürcher Oberland.

Volery ist aber kein alltäglicher Slackliner, er meldet am Dienstag, dass er den Weltrekord im Polyesterband-Balancieren geknackt hat.

Dem Zürcher ist es in Lausanne gelungen, eine 440 Meter lange Slackline durchzulaufen, heisst es in der Medienmitteilung.

Ganze 45 Minuten dauerte der Rekord

Beruhigend für alle Hobby-Artisten: Im dazugehörigen Video (oben) sieht Volery alles andere als elegant und leichtfüssig aus.

Auch der Profi scheint nur mit viel Anstrengung und Konzentration die Balance halten zu können. Ganze 45 Minuten brauchte er für die 440 Meter.

Damit im Slacklinen ein Rekord zählt, muss das Band auf die volle Distanz frei hängen und darf nicht abgespannt werden. Zudem muss es ohne Sturz oder Pause in einem Mal komplett durchgelaufen werden. Volerys Band hing in der Mitte ganze acht Meter durch.

Mit seiner Leistung übertreffe Samuel Volery die drei Franzosen Antony Newton, Nathan Paulin und Théo Sanson um 14 Meter, heisst es in der Mitteilung weiter. Diese hätten ihre Rekorde erst vor zwei Wochen aufgestellt.

Samuel Volery bei seinem Weltrekord in Lausanne.

Samuel Volery bei seinem Weltrekord in Lausanne.

Samuel Volery/Slacktivity

Hightech oder Lowtech, das ist hier die Frage

Mittels Google-Suche findet man schnell heraus: Der Deutsche Alexander Schulz hat im vergangenen Mai in China einen Slackline-Rekord aufgestellt, in dem er über ein Band von 610 Metern Länge ging.

Warum hat Volery trotzdem einen Weltrekord aufgestellt? Auf Anfrage erklärt er: Es gibt Slacklines aus zwei verschiedenen Materialien. Schulz balancierte über ein Hightech-Band, Volery über eins aus Lowtech-Materialien.

Hightech-Slacklines sind aus Geweben namens Dyneema, Technora oder Vectran und laut Volery «massiv einfacher zu begehen, da ihre Drucklast rund sechsmal höher ist». Lowtech-Slacklines sind aus Polyester. Deshalb werden die Rekorde in den beiden «Kategorien» gesondert gehandelt.

Jetzt will er höher hinaus

Jetzt will der Rekord-Slackliner höher hinaus. Nämlich, indem er sein Band in sogenannten «Highline-Shows» zwischen zwei Gebäude spannt. «Highline», das ist für Volery das Balancieren ab einer Höhe, «in der man besser gesichert wäre». Konkret: ab 50 bis 500 Metern. Mutige können zuschauen.

Samuel Volery hat vor drei Wochen übrigens auch den Waterline-Weltrekord aufgestellt. Dabei ist die Slackline über Wasser gespannt. Über seine Rekord-Versuche hat er im Internet Tagebuch geführt: Hier gehts zum Blog. (smo)