Zürich

Gymis erhalten Gastrecht an Uni — gleich drei Kantis müssen saniert werden

Gleich mehrere Kantonsschulen müssen dringend saniert werden. Als Provisorium dient ein Teil der Uni Irchel. Die Kantonsschulen Zürich Nord (Oerlikon, Baujahr 1975), Rämibühl (1970), Freudenberg und Enge (beide 1959) müssen umfassend instand gesetzt werden.

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Zwischen 2023 und 2032 ziehen Zürcher Kantonsschülerinnen und -schüler im Campus Irchel ein.

Zwischen 2023 und 2032 ziehen Zürcher Kantonsschülerinnen und -schüler im Campus Irchel ein.

Visualisierung: Raumgleiter AG

Die drei Mittelschulstandorte werden von jeweils rund 2000 Schülerinnen und Schülern besucht. Die Sanierungen lassen sich fast nur in Etappen realisieren. Beispiel Rämibühl: Das Literargymnasium (LG) zieht in die Schule Riesbach (dort befindet sich zurzeit das Bildungszentrum für Erwachsene). Die Geschosse des LG werden saniert. Dann beziehen die Schülerinnen des Realgymnasiums (RG) die erneuerten Teile und das RG wird instand gesetzt. Dieses Vorgehen kostet viel Zeit und Geld.

Nun hat man eine bessere Lösung in einem Teil der Universität Irchel gefunden. Konkret in der ersten Bauetappe, in der sich derzeit noch das Institut für Chemie befindet. Dieses Institut soll ab 2021 schrittweise in die fünfte Etappe der Uni Irchel verlegt werden, die momentan gebaut wird.

37,6 Millionen Franken Investitionen sind nötig

In der ersten Etappe – sie bedarf ebenfalls einer Sanierung – stünden dann rund 31 000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Statt die betreffenden Gebäude (siehe Luftaufnahme) wie geplant während dreier Jahre leer stehen zu lassen, sollen jetzt die Kantonsschulen dort unterkommen. Und zwar eine nach der anderen, angefangen mit der Kantonsschule Zürich Nord.

Flugaufnahme vom Campus Irchel mit der Baustelle der Etappe 5 (rechts). Gelb markiert sind die Gebäude der Etappe 1, die den Kantonsschulen zur Verfügung gestellt werden.

Flugaufnahme vom Campus Irchel mit der Baustelle der Etappe 5 (rechts). Gelb markiert sind die Gebäude der Etappe 1, die den Kantonsschulen zur Verfügung gestellt werden.

Visualisierung: Raumgleiter AG

Damit das überhaupt möglich ist, musste der Universitätsrat der Zwischennutzung zustimmen. Das ist im September geschehen. In den entsprechenden Gebäuden der Uni Irchel sind Investitionen von 37,6 Millionen Franken nötig. Dazu kommen die Kosten für zwei provisorische Turnhallen und eine eigene Mensa. Weil es sich um gebundene Ausgaben handelt, entscheidet der Regierungsrat in eigener Kompetenz.

Würde man das Provisorium einzig für die Kantonsschule Nord nutzen, wären die Investitionen zu hoch. Umso mehr macht es Sinn, die anderen Mittelschulen gestaffelt am selben Ort unterzubringen.

Die zuständigen Stellen der Bildungs- und der Baudirektion machen sich jetzt daran, das Projekt zu erarbeiten. Für Wolfgang Annighöfer, den Leiter Finanzen und Bauten bei der Bildungsdirektion, ist der Zeitplan die grösste Herausforderung. «Die Termine sind ziemlich sportlich», sagt er auf Anfrage.

Demnach wird die Kantonsschule Zürich Nord von Mitte 2023 bis Mitte 2026 saniert. Auf sie folgen von Mitte 2026 bis Mitte 2029 die Kantonsschulen Rämibühl. Für das Literargymnasium bleibt es beim definitiven Umzug in die Schule Riesbach. Nur das Realgymnasium und das Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gymnasium werden an die Uni Irchel verlegt. «So wird innert dreier Jahre das ganze Rämibühl auf einen Schlag erneuert», sagt Annighöfer. Von Mitte 2029 bis Mitte 2032 geniessen dann die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschulen Freudenberg und Enge Gastrecht in der Uni Irchel.

Die Bildungsdirektion geht davon aus, dass die Zeit an der Uni Irchel für die Gymischülerinnen und -schüler bereichernd sein wird. «Sie erhalten Einblick in den Unibetrieb. Vielleicht regt das die eine oder den anderen gar an, ein naturwissenschaftliches Fach zu studieren», sagt Annighöfer.

So wird innert dreier Jahre das ganze Rämibühl auf einen Schlag erneuert.

(Quelle: Wolfgang Annighöfer, Leiter Finanzen und Bauten der Zürcher Bildungsdirektion)

Kapazität des öffentlichen Verkehrs reicht aus

Der öffentliche Verkehr wird die zusätzlichen 2000 Personen, die täglich zur Uni Irchel pendeln werden, locker bewältigen, wie Annighöfer sagt. Im Rahmen der Gebietsplanung für das Hochschulquartier habe man unter anderem diese Frage geklärt. Demnach könnte der öffentliche Verkehr 5000 bis 7000 zusätzliche Studentinnen und Studenten befördern.
Wie viel die Sanierung der Kantonsschulen kosten wird, ist im Moment noch nicht bekannt. Es existieren noch keine verlässlichen Schätzungen. Für die Kantonsschule Zürich Nord, einschliesslich des Provisoriums, sind 76 Millionen Franken im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2020 bis 2023 eingestellt.

Die Uni Irchel wird ihre erste Etappe damit erst ab 2033 umfassend renovieren – wenn die Kantonsschulen wieder ausgezogen sind. Die Uni wird dafür andere dringliche Vorhaben vorziehen. So wird dringend benötigte Laborfläche schon 2028 statt 2034 fertiggestellt.