Zürich

Kantonsrat verlangt, dass Spitäler kostengünstiger operieren

Leistenbrüche, Krampfadern oder der Graue Star sollen künftig von den Zürcher Spitälern nur noch ambulant operiert werden. Der Kantonsrat verabschiedete am Montag ein Gesetz, das eine Liste mit Eingriffen vorsieht, an denen er sich nicht mehr beteiligt, wenn sie stationär durchgeführt werden. Bei besonderen Umständen sind Ausnahmen erlaubt.

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Der Kantonsrat Zürich beteiligt sich nicht mehr an stationären Eingriffen, wenn diese auch ambulant durchgeführt werden können. (Bild: Kantonsrat Zürich)

Der Kantonsrat Zürich beteiligt sich nicht mehr an stationären Eingriffen, wenn diese auch ambulant durchgeführt werden können. (Bild: Kantonsrat Zürich)

Keystone

Ambulante Behandlungen sind viel kostengünstiger als solche, die einen Aufenthalt im Spital einschliessen. Deshalb will der Kanton Zürich sich künftig nicht mehr finanziell an stationären Behandlungen beteiligen, wenn diese auch ambulant durchgeführt werden könnten.

Mit 142 zu 17 Stimmen sprach sich der Kantonsrat am Montag für die Änderung des Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetzes aus. Eine grosse Zahl von Eingriffen soll in den ambulanten Bereich verschoben werden, um Kosten einzusparen. Der Regierungsrat verspricht sich ein Sparpotenzial von jährlich sieben Millionen Franken.

Die definitive Liste mit den Behandlungen, die keine Unterstützung mehr durch den Kanton erhalten, wird erst noch ausgearbeitet. Es geht dabei aber etwa um Eingriffe bei Krampfadern, bei einem Leistenbruch, beim Grauen Star oder die Entfernung der Mandeln.

Bei besonderen Umständen können solche Operationen aber auch künftig stationär durchgeführt werden. Dies ist etwa der Fall, wenn die Patientin oder der Patient besonders schwer erkrankt ist oder wenn eine schwere Begleiterkrankung vorliegt. Auch soziale Faktoren wie zum Beispiel Obdachlosigkeit können berücksichtigt werden.

Weniger als 20 Prozent der Eingriffe ambulant

Gemäss Gesundheitsversorgungsbericht kostet eine stationäre Krampfadernoperation bei einem grundversicherten Patienten 7400 Franken. Ambulant kostet der gleiche Eingriff 2600 Franken. Bei zusatzversicherten Patienten verdienen die Spitäler gar 17'400 Franken mehr, wenn sie diese stationär behandeln statt ambulant.

Die Gesundheitsdirektion rechnet damit, dass mit dem neuen Gesetz über 2000 Eingriffe jährlich in den ambulanten Bereich verschoben werden könnten. Der Anteil der ambulanten Eingriffe in Schweizer Spitälern liegt bei unter 20 Prozent.

Polen, Portugal und Mexiko weisen ähnliche Werte auf. Ganz anders sieht es in England, den USA, Dänemark oder in den Niederlande aus. Dort liegt der Anteil der Eingriffe, bei denen die Leute noch am gleichen Tag nach Hause gehen, bei 50 bis 60 Prozent.