Pfäffikon ZH
Musikverband kritisiert «Aida»-Anstellungsbedingungen

Misstöne rund um die Freiluft-Produktion der Oper «Aida» am Pfäffikersee: Der Schweizerische Musikerverband (SMV) hält die Anstellungsbedingungen für Musikerinnen und Musiker für unfair und unangemessen.

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Noëmi Nadelmann verkörpert die Titelrolle in Giuseppe Verdis Oper «Aida» (Symbolbild)

Noëmi Nadelmann verkörpert die Titelrolle in Giuseppe Verdis Oper «Aida» (Symbolbild)

Keystone

Misstöne rund um die Freiluft-Produktion der Oper «Aida» am Pfäffikersee: Der Schweizerische Musikerverband (SMV) hält die Anstellungsbedingungen für Musikerinnen und Musiker für unfair und unangemessen. Die gebotenen 80 bis 130 Franken für einen dreistündigen Einsatz seien weit unter dem Minimaltarif.

Vom 9. bis 19 August sind im Rahmen des Festivals La Perla in Pfäffikon sieben Aufführungen von Giuseppe Verdis Oper «Aida» vorgesehen. In der Titelrolle ist die Schweizer Sopranistin Noëmi Nadelmann zu hören.

Musikalisch begleiten soll sie das Symphonische Orchester Zürich (SOZ). Der SMV kämpfe nun auf breiter Front für die Musikerinnen und Musiker des Festivalorchesters, nachdem sein Schreiben an die Geschäftsleitung des Festivals und das SOZ ergebnislos geblieben sei, teilte der Verband am Dienstag mit.

Beim SOZ hiess es auf Anfrage, dass die Tarife des Verbandes für das SOZ nicht verbindlich seien. Man sei nicht in den Tarifvertrag eingebunden.

Das SOZ wurde 1981 als Verein gegründet. Seit Januar 2012 wird das aus professionellen freiberuflichen Musikerinnen und Musikern bestehende Orchester kontinuierlich zu einem Musikerpool ausgebaut.

Der Pool umfasst mittlerweile rund 650 Personen. Einige davon, vor allem Nachwuchsmusikerinnen- und musiker, möchten die Gelegenheit nutzen, um im Bereich Oper Erfahrungen zu sammeln, wie Werner Schmitt, künstlerischer Koordinator des SOZ, gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte.

Orchester nahezu komplett

Das Festivalorchester ist laut Schmitt «nahezu komplett». Benötigt werden im Minimum 77 Musiker. Die Arbeitsbedingungen seien von Anfang an klar gewesen, so Schmitt weiter. Von den 650 angeschriebenen Personen seien lediglich drei nicht mit den Bedingungen einverstanden gewesen.

Gemäss Schmitt handelt es sich eigentlich um ein «Bildungsprojekt für junge Musiker». Schmitt, ehemaliger Leiter des Berner Konservatoriums, zeigte sich sehr enttäuscht darüber, dass ihm der Fachverband nun «in den Rücken fällt».

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