Bundesgericht

Rüffel für Zürcher Obergericht: Ermittler pfuschten bei Abhörprotokollen zu Kokain-Deal

Das Bundesgericht hat das Urteil gegen einen mutmasslichen Kokainhändler aufgehoben, weil bei der Abschrift und Übersetzung von einigen abgehörten Gesprächen die Protokollierungsvorschriften nicht eingehalten wurden. Das Obergericht Zürich verurteilte den heute 57-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren.

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Das Obergericht Zürich verurteilte den heute 57-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren. (Archiv)

Das Obergericht Zürich verurteilte den heute 57-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren. (Archiv)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Der Süditaliener hatte die Einfuhr von 15 Kilogramm Kokain eingefädelt, der Deal fand dann aber nie statt. Zudem hatte der Mann für einen Raubüberfall mit weiteren Personen bereits Vorbereitungen getroffen.

Das Obergericht Zürich verurteilte den Beschwerdeführer im Januar 2018 deshalb wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, teilweise qualifiziert begangen, und wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen zu Raub.

In einem am Freitag publizierten Urteil hat das Bundesgericht eine Beschwerde des Süditalieners gutgeheissen. Das Gericht bestätigt, dass bei gewissen Abhörprotokollen nicht klar sei, wer die Abschrift beziehungsweise die Übersetzung gemacht habe. Auch sei teilweise nicht klar, ob die Übersetzer über strafrechtlichen Folgen bei einer Falschübersetzung hingewiesen worden seien.

Damit genügten die betroffenen Protokolle nicht den Anforderungen, wie es die bundesgerichtliche Rechtsprechung vorsehe. Das Zürcher Obergericht muss nun die Ergänzungen vornehmen und ein neues Urteil fällen.