Flugzeugcrash Überlingen

Skyguide muss Entschädigung für Russland wegen Überlingen prüfen

Das Flugsicherungsunternehmen Skyguide muss laut Bundesgericht prüfen, ob die Schweiz Russland für die beim Flugzeugunglück von Überlingen (D) zerstörte Passagiermaschine entschädigen muss.

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71 Passagiere und die Besatzung starben beim Flugzeugcrash

71 Passagiere und die Besatzung starben beim Flugzeugcrash

Keystone

Im Juli 2002 waren bei Überlingen am Bodensee in 11'300 Metern Höhe eine russische Passagiermaschine und ein deutsches Frachtflugzeug kollidiert. Bei dem Unglück, das sich im Verantwortlichkeitsbereich von Skyguide ereignete, kamen alle 71 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben.

Die mittlerweile in Konkurs gefallene Bashkirian Airlines verlangte in der Folge in einem Staatshaftungsverfahren Schadenersatz für den Verlust ihrer Tupolev. Das Bundesgericht hat nun einerseits entschieden, dass die konkursite Fluglinie nicht berechtigt ist, in ihrem Namen Schadenersatz zu fordern.

Russische Föderation hätte einbezogen werden müssen

Anderseits hätte Skyguide aber prüfen müssen, ob nicht die Russische Föderation als Berechtigte ins Verfahren hätte einbezogen werden müssen. Skyguide sei deshalb anzuhalten, das Verfahren unverzüglich mit der richtigen Partei fortzuführen und über die Schadenersatzforderung materiell zu befinden.

Im vergangenen Mai hatte das Bundesgericht entschieden, dass Skyguide die Genugtuung für die Opferfamilien korrekt festgesetzt habe. Der Gesamtbetrag war auf 2,3 Millionen Franken festgesetzt worden. Eltern verstorbener Kinder erhielten je 30'000 bis 36'000 Franken, Geschwister 7000 und Grosseltern 5000 Franken. (sda)