Strassenbau
Kanton Zürich verzichtet auf Westtangente Wetzikon: Moorschutz hat Vorrang

Das Projekt Westtangente Wetzikon muss dem Moorschutz weichen. Nun soll von Kanton und Stadtrat eine neue Verkehrslösung gefunden werden.

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Die Moorlandschaft des Pfäffikersees ist ein national geschützte Gebiet.

Die Moorlandschaft des Pfäffikersees ist ein national geschützte Gebiet.

Keystone

Der Kanton Zürich verfolgt das Projekt einer Westtangente Wetzikon nicht mehr weiter. Die Umfahrung ist zwar seit vielen Jahren im kantonalen Richtplan eingetragen - sie lässt sich aber wegen des Moorschutzes nicht realisieren.

Das Bundesamt für Umwelt sei in seiner Beurteilung zum Schluss gelangt, dass der Bau der Westtangente in der geplanten Form nicht zulässig sei, teilte die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion am Freitag mit.

Andere Linienführung nicht möglich

Die geplante Linienführung der Westtangente verläuft im Norden auf einem kurzen Abschnitt durch die national geschützte Moorlandschaft des Pfäffikersees. Die Planer waren davon ausgegangen, dass sich «eine geringfügige Anpassung des Perimeters» durchsetzen lässt. Das Bundesamt für Umwelt hat in seiner Stellungnahmen nun aber mit Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts klar festgehalten, dass dies keine Option ist.

Eine Anpassung der Linienführung kommt gemäss Zürcher Volkswirtschaftsdirektion nicht in Frage: Dies würde das bestehende Siedlungsgebiet erheblich tangieren - so müssten verschiedene Gebäude, die erst 2011 erstellt wurden, zumindest teilweise abgebrochen werden.

Neue stadtverträgliche Lösungen für den Verkehr

Die nun definitiv gestrichene Westtangente hätte die Zentren von Ober- und Unterwetzikon vom Durchgangsverkehr entlasten sollen. Sie hätte auch «Spielraum für die Siedlungsentwicklung geboten sowie eine gezielte Lenkung und Steuerung des Verkehrs ermöglicht», schreibt der Wetziker Stadtrat in einer Stellungnahme. Der Beschluss sei für ihn deshalb «nicht nachvollziehbar».

Die Verkehrsbelastung in der Stadt Wetzikon bleibe hoch, die Herausforderungen blieben bestehen, schreibt der Stadtrat. Er will rasch zufriedenstellende Lösungen für die Bevölkerung erarbeiten.

Der Kanton unterstützt dies: Er will nun in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wetzikon «nach stadtverträglichen Lösungen zur zukünftigen Abwicklung des Verkehrs» suchen, wie es in der Mitteilung heisst.

Entlastung von Unterwetzikon und Bahnhofsumgebung

«Ich werde mich für weitere Optimierungen des Strassennetzes und vor allem für die rasche Realisierung des Lückenschlussprojekts der Oberlandautobahn einsetzen», wird Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) zitiert. «Damit können Unterwetzikon und die Umgebung des Bahnhofs vom Durchgangsverkehr entlastet werden.» (sda)

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