Zürich

Verkehrs- und Wohnsituation als dringlichstes Problem der Zürcher

Zürcherinnen und Zürcher haben kein Problem mit verdichtetem Bauen. Die grosse Mehrheit wünscht sich mehr Wohnraum, wie aus der aktuellen Bevölkerungsbefragung hervorgeht.

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Eine Wohnüberbauung, an der Paul-Clairmont-Strasse in Zürich.

Eine Wohnüberbauung, an der Paul-Clairmont-Strasse in Zürich.

Keystone

Mehr als zwei Drittel sind aber der Meinung, dass in der Stadt zu luxuriös gebaut und renoviert wird.

Dass durch die Bautätigkeit immer mehr Freiräume verloren gehen, stört nur gut jeden vierten Befragten. Es scheint, dass "die stetig dichter werdende Stadt die Akzeptanz ihrer Bevölkerung findet", schreibt die Direktorin der Stadtentwicklung, Anna Schindler, in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Zwei von drei Befragten sind zudem einverstanden mit der Aussage, dass die Stadt durch die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren schöner und lebenswerter geworden sei. Vier von fünf der Befragten sind denn auch der Meinung, Zürich entwickle sich "in eine gute Richtung". Für jeden zweiten könnte sich die Stadt sogar "noch dynamischer entwickeln".

Als Wohnort bleibt Zürich weiterhin sehr attraktiv. 98 Prozent gaben an, sie lebten gerne oder sehr gerne in ihrer Stadt - das sind vier Prozent mehr als 2005. Gestiegen ist auch das Sicherheitsgefühl. So fühlen sich mehr als vier von fünf Antwortenden "sehr sicher" oder "eher sicher", wenn sie nachts alleine in ihrem Quartier unterwegs sind.

Die verschiedenen Einrichtungen und Angebote der Stadt werden geschätzt. Die besten Noten erhalten die öffentlichen Verkehrsmittel, die Bildungs- und Weiterbildungsangebote sowie die Ausgehmöglichkeiten. Mit Note 3,3 am schlechtesten schneidet wie in den Vorjahren das Wohnungsangebot ab.

Verkehr als grösstes Sorgenkind

Auch bei der Frage nach den dringlichsten Problemen Zürichs wurden erneut am häufigsten der Verkehr (56 Prozent) und Wohnungsprobleme (29 Prozent) genannt. Kriminalität, Drogen und Ausländerfragen beschäftigen die Zürcherinnen und Zürcher dagegen kaum.

Dass Verkehr und Wohnungsprobleme die grössten Sorgenkinder bleiben, erklärt die Direktorin der Stadtentwicklung mit dem weiterhin angespannten Wohnungsmarkt und im knappen Angebot an preisgünstigen Wohnungen. Und die Verkehrsinfrastruktur werde immer noch von der "Konkurrenz zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern" geprägt.

Daran habe das 2012 gestartete Programm "Stadtverkehr 2025", das den Langsam- und Veloverkehr mittels konkreten Projekten fördern will, bisher nichts ändern können. So kennen laut Schindler drei Jahre nach der Lancierung bloss 22 Prozent der Befragten den Namen des Programms, das 2011 mit der Volksabstimmung über die Städteinitiative beschlossen wurde.

Während der Ausbau des öffentlichen Verkehrs viel Lob bekommt, findet anderseits fast die Hälfte der Befragten, dass die Stadt den Veloverkehr zu wenig fördert. Velofahrerinnen und Velofahrer bleiben denn auch jene Verkehrsteilnehmer, die am häufigsten unzufrieden sind. Von ihnen bezeichnen 39 Prozent die Verkehrssituation als ungenügend. Zufrieden sind gerade einmal 27 Prozent.

Die Bevölkerungsbefragung der Stadt Zürich wird seit 1999 alle zwei Jahre durchgeführt. Für die aktuelle Erhebung wurden zwischen März und Juni 2501 zufällig ausgewählte Einwohnerinnen und Einwohner telefonisch befragt.