Dietikon

Zum Schutz der Fussgänger: Der Quartierverein Limmatfeld will bei der Überlandstrasse mitreden

Die Überlandstrasse wird 2020 umgestaltet. Der Quartierverein Limmatfeld fürchtet sich um die Fussgänger und hat deswegen eine Petition gestartet.

Leo Eiholzer
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Links der Limmat Tower, rechts die Siedlung Schachenmatt: Der Fussgängerstreifen dazwischen ist Gegenstand der Petition.

Links der Limmat Tower, rechts die Siedlung Schachenmatt: Der Fussgängerstreifen dazwischen ist Gegenstand der Petition.

Leo Eiholzer

Die Ampel schaltet auf Orange. Man muss sich entscheiden: Bremst man oder fährt man weiter und hofft, dass man es noch rechtzeitig schafft? Lastwagenfahrer, die in Dietikon von der Heim- in die Überlandstrasse einbiegen, entscheiden sich hin und wieder für Letzteres. Peter Metzinger, Präsident des Quartiervereins Limmatfeld und Gemeinderatskandidat (FDP), hat deshalb Angst um die Fussgänger.

Wenn Personen am Fussgängerstreifen auf der Seite der Schachenmatt-Siedlung warten, könnten sie durch einen umstürzenden Lastwagen gefährdet werden. «Wenn sich ein Anhänger oder Teile davon lösen, fliegen die direkt in die wartenden Fussgänger rein», sagt Metzinger. Deswegen hat der Quartierverein Limmatfeld eine Petition für eine Umgestaltung der Kreuzung auf der Plattform petitio.ch gestartet. Konkret geht es um den Fussgängerstreifen direkt vor dem Limmat Tower.

Fussgängerstreifen soll versetzt werden

Ab 2020 wird die Überlandstrasse durch den Kanton umgestaltet. Der Fussgängerstreifen des Anstosses am Limmat Tower soll aber dort bleiben, wo er ist. Die Überlandstrasse wird auf zwei Spuren pro Fahrtrichtung verbreitert. Am fraglichen Fussgängerstreifen verändert sich aber laut den Plänen praktisch nichts.

Metzinger, der selbst im Limmat Tower wohnt, und der Quartierverein möchten den Fussgängerstreifen auf jeden Fall nicht an dem Ort, an dem er heute ist. In der Petition werden etwa die Errichtung eines Kreisverkehrs, einer Fussgängerüberführung und die Versetzung des Fussgängerstreifens vorgeschlagen.

Für Metzinger sind das aber unverbindliche Empfehlungen. Er will vor allem, dass eine Auseinandersetzung mit der Kreuzung stattfindet. «Der Kanton soll das nochmals überprüfen und sich mit uns zusammensetzen», sagt er.

Einwendung wäre möglich gewesen

Nur: Das Projekt lag bereits im Frühling während 30 Tagen öffentlich auf, jeder hätte eine Einwendung machen können. Der Quartierverein hat das aber verpasst. Warum wählt man jetzt den Weg einer öffentlichwirksamen Petition, anstatt den normalen Weg einer Einwendung zu gehen, mit der man unter Umständen gar erfolgreicher gewesen wäre? Metzinger sagt: «Ja, es stimmt, der Verein hätte zuvor schon stärker tätig werden können. Damals war aber ein anderer Vorstand am Ruder. Ich kann nur vermuten, dass sie wohl gar nichts davon mitbekommen haben.»

«Ja, es stimmt, der Verein hätte zuvor schon stärker tätig werden können.»

Peter Metzinger, Präsident Quartierverein Limmatfeld und Gemeinderatskandidat (FDP)

Peter Heinzer, der ebenfalls im Limmat Tower wohnt, hat dagegen eine Einwendung gemacht. Er habe schon dreimal in den letzten zwei Jahren gefährliche Situationen beobachtet. «Einmal fiel einem LKW in der Kurve eine Eisenplatte vom Anhänger und schlug genau dort auf, wo die Fussgänger normalerweise warten. Wenn da Menschen gestanden wären, hätte es Tote oder mindestens Verletzte gegeben», sagt Heinzer. Seine Einwendung wird wie alle anderen momentan geprüft.

Kein Unfallschwerpunkt

Die lokalen Behörden sehen beim Fussgängerstreifen, der Gegenstand der Petition ist, keinen Handlungsbedarf. Der Dietiker Stadtpräsident – und Parteikollege von Metzinger (FDP) – Otto Müller sagt, die Kreuzung sei kein Unfallschwerpunkt.

Thomas Maag, Sprecher der Baudirektion, die die Umgestaltung plant, sagt, im Sommer würden das fertige Bauprojekt öffentlich aufgelegt. Man habe alle Kreuzungen von der Heimstrasse bis zur Limmat untersucht und würde die Resultate in das Bauprojekt aufnehmen. Einsprachen von Direktbetroffenen sind dann wieder möglich.

Machen Sie mit

petitio.ch ist die Petitions-Plattform der «Nordwestschweiz», zu der auch diese Zeitung gehört. Jeder Bürger kann einfach und schnell ein lokales Anliegen aufschalten und dafür Unterstützer sammeln. Bei genügend Stimmen wird die Petition von uns der zuständigen Gemeinde übermittelt.
Mehr Infos auf petitio.ch.