Weiningen

Zuzüger in der Fahrweid lassen die Kasse klingeln: Gemeinde macht 2,2 Millionen Franken Plus

Die Jahresrechnung 2019 der Gemeinde Weiningen schliesst um 3,2 Millionen Franken besser ab als erwartet. Für Finanzvorstand Reto Beutler (FDP) ist das kein Grund, euphorisch in die Zukunft zu blicken.

Sibylle Egloff
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Die Gemeinde rechnete für 2019 mit Investitionen von über 15 Millionen Franken, gab schliesslich aber nur gut 9 Millionen Franken aus. Grund dafür waren die Infrastrukturprojekte in Zusammenarbeit mit dem Kanton, beispielsweise an der Badener- und Zürcherstrasse, wo es zu Verzögerungen kam.

Die Gemeinde rechnete für 2019 mit Investitionen von über 15 Millionen Franken, gab schliesslich aber nur gut 9 Millionen Franken aus. Grund dafür waren die Infrastrukturprojekte in Zusammenarbeit mit dem Kanton, beispielsweise an der Badener- und Zürcherstrasse, wo es zu Verzögerungen kam.

Colin Frei

Es kam viel besser als erwartet: Die Jahresrechnung 2019 der Gemeinde Weiningen schliesst mit einem Plus von 2,2 Millionen Franken. Budgetiert war ein Minus von einer Million Franken. Das um 3,2 Millionen Franken bessere Ergebnis kam durch einen Aufwand von 24,9 Millionen Franken und einen Ertrag von 27,1 Millionen Franken zustande.

«Wir freuen uns, dass wir besser abschneiden als befürchtet», sagt Finanzvorstand Reto Beutler (FDP). Es ist die zweite Rechnung, die er als Finanzvorstand präsentieren kann. Bei der Neukonstituierung des Gemeinderats nach den Wahlen 2018 übernahm Beutler die Finanzen und übergab das Ressort Soziales und Gesundheit seinem Gemeinderatskollegen Heinz Brunner (Forum).

Die Zuzüge in die Fahrweid machen sich bemerkbar

Über diesen Abtausch ist Beutler immer noch glücklich, wie er sagt. «Auch wenn die zweite Rechnung mit dem Wechsel zum neuen Rechnungsmodell HRM2 ihre Tücken hatte, bin ich zufrieden.» Die Zufriedenheit wird mit dem mehr als 3 Millionen Franken besseren Ergebnis nun noch unterstrichen. Grund für das deutlich bessere Resultat sind laut Beutler massiv höhere Steuereinnahmen. «Es handelt sich dabei mehrheitlich um Steuern aus vergangenen Jahren, die fast 1,5 Millionen Franken höher ausfallen als budgetiert.» Schön sei aber auch, dass die Steuereinnahmen des Jahres 2019 um 0,5 Millionen höher seien als erwartet. «Die vielen Zuzüge vor allem nach Abschluss der regen Bautätigkeit in der Fahrweid 2017 und 2018 schlagen sich nun auch im Steuereinkommen der Gemeinde nieder», erklärt Beutler. Die Rechnung 2019 weist zudem 0,9 Millionen Franken tiefere Abschreibungen aus, was laut dem Finanzvorstand ebenso zum besseren Ergebnis beiträgt.

Erfreut ist Beutler auch, wenn er die Kostenseite betrachtet. «Wir hatten eine gute Kostendisziplin und haben das Geld nicht ausgereizt. Fast alle Positionen liegen im oder leicht unter dem Budget.» Einzig die Position Gesundheit beinhalte eine höhere Abweichung von 230 000 Franken. «Das ist leider der Trend. Die Gesundheitskosten gehen nur in eine Richtung», sagt Beutler.

Wir hatten eine gute Kostendisziplin und haben das Geld nicht ausgereizt. Fast alle Positionen liegen im oder leicht unter dem Budget.

(Quelle: Reto Beutler (FDP), Finanzvorstand der Gemeinde Weiningen)

2019 wurden in Weiningen weniger Investitionen getätigt als geplant. 9,1 Millionen Franken wurden in das Verwaltungsvermögen investiert. Gerechnet hatte die Gemeinde mit fast 15,4 Millionen Franken. «Das hat damit zu tun, dass sich Infrastrukturprojekte in Zusammenarbeit mit dem Kanton verzögerten», sagt Beutler. Er nennt als Beispiel die Strassensanierungen des Kantons auf der Badener- und Zürcherstrasse. «Wir haben uns entschieden im gleichen Zuge die Wasser- und Abwasserleitungen zu erneuern, wenn der Kanton schon die Strassen aufreisst. Doch wir mussten damit warten, bis der Kanton dann auch tatsächlich mit den Arbeiten startete.»

Auch bei der Entwässerung in der Fahrweid sei es aufgrund der viel zu tiefen Kostenschätzung des damit betrauten Ingenieurbüros zu Unterbrüchen gekommen. Mit den Investitionen im Finanzvermögen von 900000 Franken wurden die letzten Kosten für die neuen Wohnungen im Zusammenhang mit dem Kindergarten-Neubau im Föhrewäldli in der Fahrweid beglichen.

Rechnung 2020 hängt von den Corona-Folgen ab

Die zu hohe Budgetierung der Investitionen in den vergangenen Jahren solle nun ein Ende haben, sagt Beutler. «Die Projekte des Kantons sind am Laufen und wir haben nun Gewissheit, dass wir die dafür budgetierten Beträge auch tatsächlich brauchen. Das war zuvor nicht der Fall, da wir zwar Geld zur Seite stellten, jedoch nicht wussten, wann der Kanton mit den Arbeiten beginnt.»

Wir sind keine reiche Gemeinde und müssen nach wie vor jeden Franken umdrehen.

(Quelle: Reto Beutler (FDP), Finanzvorstand der Gemeinde Weiningen)

Euphorisch stimmt das gute Resultat den Finanzvorstand für die kommende Rechnung jedoch nicht. «Wir sind keine reiche Gemeinde und müssen nach wie vor jeden Franken umdrehen. Wie die Rechnung 2020 ausfallen wird, hängt zudem stark von den Folgen der Corona-Pandemie ab.» Der Kanton Zürich empfehle, 6 bis 7 Prozent weniger Steuereinnahmen für die Jahre 2020 und 2021 einzukalkulieren, so Beutler. Seine Prognose: «Wenn wir 2020 eine schwarze Null erreichen, können wir froh sein. Es sieht aber eher nach einem leichten Minus aus.»

Neben der Jahresrechnung 2019 geht es an der Weininger Gemeindeversammlung am 15. September im Quartierzentrum Fahrweid zudem um den Quartierplan Unterdorf, den Erlass eines Reglements zur Videoüberwachung von öffentlichen Orten und Räumen sowie um die Erweiterung des Stellenplans und die Anpassung der Stellenplan-Bewilligungssystematik.

Gemeindeversammlung

Der Anlass findet am 15. September um 20 Uhr im Quartierzentrum Fahrweid statt.