Ein demokratisch äusserst zweifelhafter Entscheid

«Schüler büffeln auch künftig zwei Fremdsprachen», Ausgabe vom 25. September

Fredy Muff, Primarlehrer,
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Was der Stimmbürger und die Stimmbürgerin auch wissen darf: Mit mehr als 42 Prozent Ja-Stimmen-Anteil ist das Resultat für die Initianten der Fremdspracheninitiative mehr als nur ein Erfolg.

Wenn das regierungsnahe Nein-Komitee regierungsinterne Wissensvorsprünge erhält und mit hauseigenen Werbern, mit gross angelegter Plakat­kampagne und hoher Medienpräsenz suggeriert, dass bei einem Ja Englisch abgeschafft würde, dass Französisch die erste Fremdsprache werde und dass dies alles 9 Millionen Franken Mehrkosten verursache, dann ist dies auf höchster kantonaler politischer Ebene demokratisch äusserst zweifelhaft. Bewusst lege ich erst nach der Abstimmung eine andere Wahrheit offen: Wissen Sie, dass die dritte Französischlektion und Mehrlektionen in Deutsch und Mathematik an der Primarstufe durch Streichung von Lektionen an der Sekstufe, durch Streichung von Halbklassenunterricht an der Primarstufe und durch Erhöhung der Arbeitszeit der Lehrpersonen um 3,4 Prozent finanziert werden? Und dies alles zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler? Die Wirksamkeit von Bildung zeichnet sich frühestens nach zehn Jahren ab. Jetzige Erfolge sind nicht dem Wirken der aktuellen Regierung und des aktuellen Kantonsrates zu verdanken. Wie wird es wohl in zehn Jahren aussehen?

Fredy Muff, Primarlehrer,

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