Kommentar

50-Jahr-Jubiläum der reformierten und katholischen Landeskirche des Kantons Luzern: Kirche muss sich Stürmen stellen

Redaktorin Evelyne Fischer fordert die reformierte und die katholische Landeskirche des Kantons Luzern dazu auf, in ihrem Jubiläumsjahr vor allem der Basis eine Stimme zu geben.

Evelyne Fischer
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Evelyne Fischer

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Sie rücken als Notfallseelsorger zu schweren Unfällen aus, reservieren Sucht- und Armutsbetroffenen in der Gassechuchi einen Platz am Mittagstisch oder beraten Asylsuchende in rechtlichen Fragen: All diesen Menschen ist das Engagement für Personen in schweren Lebenssituationen gemein. Und dass sie allesamt im Dienste der Kirche stehen.

Seelsorge endet nicht hinter den Mauern eines Gotteshauses: Diese Botschaft wollen die reformierte und die katholische Landeskirche des Kantons Luzern im Jahr ihres 50-jährigen Bestehens verkünden. Und so gleichzeitig für diakonische Angebote wie die ökumenische Notfallseelsorge, die kirchliche Gassenarbeit oder die Rechtsberatung der Caritas Schweiz die Werbetrommel rühren.

Dass die beiden Landeskirchen ihre Kräfte bündeln, versinnbildlichen sie in einem Ruderboot. An Bord holen sie Menschen, die von ihren Erfahrungen mit der Kirche erzählen. Die Verantwortlichen sollten dabei vor allem der Basis eine Stimme geben. Konkret: den Frauen. Denn selbst wenn hinter dem Altar Herren dominieren: Das kirchliche Ruder ist in Frauenhand. 5,7 Prozent der Bevölkerung engagieren sich in kirchlichen Institutionen – klar mehr als die Hälfte davon ist weiblich. Dies gemäss einer Studie des Bundesamts für Statistik von 2017.

In der Pflicht steht insbesondere die katholische Kirche: Will sie in Zukunft nicht Schiffbruch erleiden, gilt es die Stellung der Frau in der Kirche rapide aufzuwerten – und damit auch Fahrten in stürmischen Gewässern in Kauf zu nehmen.

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