Kommentar

Am Dienstag war ein guter Anfang: Der Kampf gegen Mafia hat Priorität

Die italienische Mafia fällt hierzulande kaum auf. Auch, weil sie keine Leute umbringt. Doch die Bundesanwaltschaft tut gut daran, sie zu bekämpfen.

Henry Habegger
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Henry Habegger.

Henry Habegger.

Ein italienisches Restaurant irgendwo im Aargau, mit stolzen Preisen, auf Facebook ein protziger roter Ferrari mit einer sehr exklusiven Zuger Nummer. Die italienische Mafia, genauer die besonders skrupellose kalabrische ‘Ndrangheta, kennt keine Hemmungen in der Schweiz. Das jedenfalls lässt die grosse Anti-Mafia-Aktion vermuten, die die Schweizer Bundesanwaltschaft und Polizeikorps von Bund und Kantonen zusammen mit den italienischen Behörden durchgeführt haben.

Die Aktion ist endlich wieder eine richtig gute Nachricht aus der Bundesanwaltschaft um den umstrittenen Michael Lauber. Sie gilt dem organisierten Verbrechen, das sich in der Schweiz viel stärker festgesetzt hat, als wir wahrhaben wollen. Die italienische Mafia fällt hier nicht auf, weil sie in der Regel keine Leute umbringt, aber sie unterwandert mit ihren gewaschenen kriminellen Geldern unsere Wirtschaft, unser Gewerbe, unseren Immobilienmarkt. Die Schweiz ist ein (bisher) sicheres Rückzugsgebiet für Mafias, nicht nur die italienische.

Die Bundesanwaltschaft muss, statt Schattenboxen um Fifa-Korruption zu inszenieren, vermehrt wieder diese wirklichen Gefahren für unsere Gesellschaft bekämpfen: Die Mafia, diese zynischen Drogenhändler, Erpresser, Waffenschieber und Umweltkriminelle, die sich bei uns noch zu oft als Biedermänner tarnen können. So gesehen war das gestern ein guter Anfang.