Kolumne

Apropos: Risottogate

Maria Brehmer
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Maria Brehmer

Maria Brehmer

Eines Tages klebte eine Handvoll Risotto Milanese an meinem Schlafzimmerfenster. Die Masse war so pampig, in sich fest und die Reiskörner so sehr aufgequollen, dass der kompakte Risotto-Kloss, kaum war er auf der Scheibe aufgeprallt, keinen Millimeter mehr verrutschte. Wer kann bloss ein derartiges kulinarisches Verbrechen begangen haben?

Eine andere Frage wäre, wer zum Kuckuck eine Portion Risotto an mein Schlafzimmerfenster schmeisst, zumal ich im vierten Stock oben wohne.

Viel mehr interessiert mich aber, was geschehen sein muss, damit ein Risotto derart misslingt. War er am Kochen, als seine Freundin Streit mit ihm anfing und er darum das Gericht auf dem Herd vergass? Kippte sie alle Brühe auf einmal in den Topf? Oder wurde das Risotto in der Mikrowelle aufgewärmt, bevor es gen mein Fenster flog? War gerade keine Butter im Haus?

Ich werde es nie herausfinden. Auch auf ein Bekenner-Schreiben warte ich höchstwahrscheinlich vergeblich: Wer gibt schon gerne zu, kein Risotto kochen zu können?