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Ärzte und Apotheker lieben sich nicht

Im Gegensatz zu den Ärzten in der Westschweiz, dürfen unsere Ärztinnen und Ärzte die Medikamente direkt an die Patienten abgeben. Dies sichert ihnen einen gewichtigen Teil des Einkommens. Sie fühlen sich trotzdem ungerecht entlöhnt.
Silvan Lüchinger. (Bild: Coralie Wenger)

Silvan Lüchinger. (Bild: Coralie Wenger)

In der grossen Mehrzahl der Deutschschweizer Kantone ist den Ärzten die Selbstdispensation erlaubt. In der Westschweiz ist sie durchwegs verboten. Das heisst: Diesseits der Sprachgrenze dürfen die Ärzte ihren Patienten Medikamente direkt abgeben. Jenseits davon dürfen sie nur Rezepte ausstellen; abzuholen sind die Arzneien in der Apotheke. Ein Anlauf des Bundesrates zur Einführung einer einheitlichen Regelung ist gescheitert.

Für den Patienten ist der Medikamentenbezug in der Arztpraxis nicht zuletzt eine Frage der Bequemlichkeit. Der Doktor wird ja wohl wissen, was er verschreibt – also kann er die entsprechenden Tabletten auch selber herausgeben. Für die Ärzte steht etwas anderes im Vordergrund: Die Medikamentenabgabe sichert ihnen einen gewichtigen Teil des Einkommens. Umgekehrt kann ein Arzt in der Westschweiz für dieselbe ambulante Leistung mehr verrechnen als seine Kollegen diesseits der Saane. Die Ostschweizer Ärzte wollen das nicht länger hinnehmen und haben die Verträge zu den regionalen Taxpunktwerten auf Ende des laufenden Jahres gekündigt.

Das trägt ihnen prompt Kritik ein. Wenn höhere Taxpunktwerte für die Ostschweizer Ärzte, dann auch Verzicht auf die Selbstdispensation, heisst es etwa seitens der Apotheker. Sie sind es, die die Medikamentenabgabe in der Praxis am direktesten spüren – in Form von Mindereinkommen. Auf welcher Seite man in dieser Auseinandersetzung auch steht, eine Erkenntnis ist offensichtlich: Die Gesunderhaltung des Volkes ist nicht nur ein Service public, sondern vor allem auch ein hart umkämpfter Markt Und umkämpfte Märkte sind eher nicht die unrentablen.

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