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Kolumne

Da stehen einem die Haare zu Berge

Kinder fahren auf einer Achterbahn in einem Vergnügungspark in Südkorea. Nicht macht auch nur annähernd so viel Spass.
Roger Rüegger
Eine Achterbahnfahrt, die ist lustig ... Ein Bild aus einem Vergnügungspark in Südkorea. (Bild: Lee Jin-Man/AP, Yongin, 2. Mai 2019)

Eine Achterbahnfahrt, die ist lustig ... Ein Bild aus einem Vergnügungspark in Südkorea. (Bild: Lee Jin-Man/AP, Yongin, 2. Mai 2019)

Da lacht das Herz, nicht wahr? Es gibt doch nichts Schöneres und Aufregenderes, als eine rasante Fahrt mit einer Achterbahn! Wenn man in die Gesichter dieser Buben im Everland Freizeitpark in Yongin in Südkorea blickt, muss man zumindest annehmen, dass nichts auf der Welt auch nur annähernd so viel Spass machen könnte.

Ich persönlich hege da Zweifel. Würde ich in einem der Wagen sitzen, sähe ich diesen Jungs zwar ziemlich ähnlich: Den Mund weit aufgerissen, die Querstange auf dem Schoss mit festem Griff umklammert und laut schreiend. Dabei wäre eines nicht auf den ersten Blick ersichtlich; dass Freud und Leid manchmal sehr nahe beisammen sitzen. Sie ahnen es vermutlich, meine Gedanken wären frei von Jauchzen und Freude.

Mein Jubel entstünde garantiert nicht einem Glücksgefühl, sondern im Gegenteil. Es wäre die pure Panik, die ich herausschreien würde. Mit anderen Worten: Die Angst würde mich an der Rand des Wahnsinns treiben. In der Folge käme es mit grosser Sicherheit dazu, dass ich sämtliche mir bekannten Kraftausdrücke hervorholen würde – und das sind deren viele. Und ziemlich sicher hätte ich die Kreativität, auf der Stelle noch ein paar neue zu kreieren.

Geschehen würde dies nicht etwa aus Respektlosigkeit gegenüber religiös gesinnten Menschen, sondern einfach, weil ich mich auf jeder Bahn in einem Freizeitpark übergeben müsste, würde ich denn überhaupt je eine besteigen. Ich glaube, es ginge sogar soweit, dass mir sämtliche Haare zu Berge stehen würden. Dies, obwohl ich seit ein paar Jahren dieselbe Frisur habe, wie die zehn Buben, die während eines dreiwöchigen Lagers die Lebensweise buddhistischer Mönche erleben wollten. So zumindest habe ich die Information des Fotografen Lee Jin-Man verstanden.

Wenn dem so ist, wäre das mit dem Fluchen wohl nicht angebracht. Deshalb bitte ich um Entschuldigung, dass ich solche Gedanken hatte und korrigiere diese im Sinne der Buddhisten. Dazu fällt mir nur folgendes ein: «Om...»

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