Die VBL stehlen sich aus Verantwortung

Das Subventionsdebakel könnte bei den Verkehrsbetrieben Luzern ein Aderlass in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat zur Folge haben.

Robert Knobel
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Robert Knobel.

Robert Knobel.

Bild: Dominik Wunderli

Drei Verwaltungsräte und der Direktor der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) bieten ihren Rücktritt an – sagen aber gleichzeitig, sie würden eigentlich gerne weiterarbeiten. Es sei sozusagen die letzte Chance für den Luzerner Stadtrat, das «zerrüttete Verhältnis» zu den VBL noch zu korrigieren.

Doch die VBL-Führung hätte genauso gut ihren Rücktritt einreichen können, anstatt ihn nur anzubieten. Denn eine Zusammenarbeit mit dem Stadtrat scheint kaum mehr möglich. Damit stiehlt sich der Verwaltungsrat aus der Verantwortung. Er, und nicht der Stadtrat, muss letztlich den Entscheid fällen, ob die Rückforderung von 16 Millionen Franken an Subventionen des Verkehrsverbunds (VVL) gerechtfertigt ist und bezahlt werden soll. Schliesslich waren es ja auch die VBL selber, welche die umstrittene Holdingstruktur eingeführt hatten, die letztlich zu dem Subventionsstreit führte. Dass die VBL jetzt sagen, das Modell sei eine Folge der hohen Erwartungen der Politik gewesen, ist als Rechtfertigung wenig glaubwürdig.

Kritik muss sich auch der Stadtrat gefallen lassen. Er liess ein Gutachten erstellen, das die ganze Subventionsgeschichte aufarbeiten sollte. Doch statt zur Klärung führte dieses zum Eklat, weil ein Teil daraus bereits der VBL vorlag. Warum bloss? Der Stadtrat hat es offensichtlich verpasst, klare Spielregeln für den Umgang mit diesem Gutachten zu erlassen. Und jetzt ist die Sache eskaliert. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass der Subventionsstreit vor Gericht weitergeht – leider zum Schaden aller.