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Kommentar

Diskussion sollte gewagt werden

Das Luzerner Metro-Projekt meldet sich zurück. Trotz einschüchterndem Umfang hat das Vorhaben eine vertiefte Debatte in der Öffentlichkeit verdient.
Sasa Rasic, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

Vor fünf Jahren sorgte ein für unsere Region auffällig gross angedachtes Projekt für Aufsehen. Eine Metro-Linie soll die Luzerner Stadtperipherie mit dem Schwanenplatz im Herzen der Stadt verbinden. Statt das Zentrum zu verstopfen, den Verkehr zu lähmen und die Gemüter der Einheimischen zu erhitzen, sollen Cars in Zukunft in einem Parkhaus im Ibach abgestellt werden, und die Touristen könnten nach kurzer Metro-Fahrt dem Untergrund des Schwanenplatzes entsteigen – so weit die Idee. Damals, 2013, wurde eine Inbetriebnahme für das Jahr 2018 als möglich angesehen.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2018. Und die Gemüter sind immer noch erhitzt. In der Stadt ist vom im Stau stehenden Automobilisten, von den Buspassagieren bis hin zum sich immer unsicherer fühlenden Velofahrer kaum ein Verkehrsteilnehmer zu finden, der nicht regelmässig ein paar böse Worte über die Situation zu verlieren hat. Die Metro-Idee ist in den Hintergrund gerückt, stattdessen hat sich die Debatte auf unter­irdische Car-Parkplätze am Schweizerhof und im Musegghügel verlagert. Doch die Metro-Initianten wollen nicht mehr im Hintergrund bleiben. Neben der im Juni eingereichten Initiative «Die Metro Luzern verdient eine Chance» machen sie mit der Fürsprache von Expertengrössen wie dem «Vater» der Zürcher Durchmesserlinie, Paul Stopper, wieder auf sich aufmerksam (siehe Seite 13/14).

Das Metro-Projekt verdient tatsächlich eine Chance – die Chance, in der Öffentlichkeit vertiefter diskutiert zu werden als bis anhin. Denn trotz der populären Gegenüberstellung mit den erwähnten Parkplatz-Vorhaben ist das Infrastrukturprojekt nicht wirklich vergleichbar. Die Cars würden nicht ins Zentrum fahren, sondern im eher wenig entwickelten Gebiet Ibach zum Stehen kommen. Mit dem Zwischenhalt beim Kantonsspital wären auch aktuelle und prognostizierte Parkplatzprobleme dieser Institution angegangen. Die Krux bei der Sache ist – wie so oft – die Finanzierung der 400-Millionen- Franken-Idee. Doch ohne politische Signale werden auch potenzielle Investoren nicht hervorgelockt. Trotz der Unsicherheit weckenden Grösse des Projekts ist es eigentlich schade, dass sich die «Diskussion» durch den Stadtrat seit über vier Jahren auf ein kategorisches Nein beschränkt.

Sasa Rasic, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

Sasa Rasic, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

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